Technologie

Solaranlagen-Ausbau: Photovoltaik auf Rekordkurs – doch die nächsten Ziele wackeln

Mehr als 128 Gigawatt Solarleistung sind inzwischen in Deutschland installiert. Damit ist das Jahresziel vorzeitig erfüllt. Für die Energiewende reicht dieser Erfolg jedoch nicht: Schon bald muss das Ausbautempo deutlich steigen – ausgerechnet jetzt drohen ungünstigere politische Rahmenbedingungen.
20.08.2026 09:28
Lesezeit: 2 min
Solaranlagen-Ausbau: Photovoltaik auf Rekordkurs – doch die nächsten Ziele wackeln
Deutschland erreicht sein Solarziel für 2026 vorzeitig. (Bild: ChatGPT)

Solarausbauziel für 2026 erreicht – Sorge um nächste Stufen

Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland hat das Jahresziel für 2026 frühzeitig erreicht. Die installierte Leistung habe die Marke von 128 Gigwatt Peak (GWp) überschritten, teilt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mit. "Damit ist das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ausbauziel für 2026 erreicht." GWp beschreibt dabei die von den Solaranlagen maximal leistbare Stromproduktion.

Doch der Verband ist in Sorge, dass die nächsten Etappenziele in Gefahr sein könnten. Wegen geplanter Änderungen der politischen Rahmenbedingungen fürchtet er einen Ausbauknick. "Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt", sagt Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. "Bis 2030 müssen noch rund 87 Gigawatt Solarleistung hinzukommen. Dafür muss das jährliche Ausbautempo steigen statt sinken."

Im Gesetz stehen für 2028 bereits 172 Gigawatt, für 2030 dann 215 Gigawatt. Bis 2040 sollen es sogar 400 Gigawatt werden. Das Gesetz wird zwar derzeit überarbeitet, der aktuelle Entwurf sieht aber keine Änderung dieser Werte vor.

Solaranlagen: Zubau müsste steigen

In den beiden vergangenen Jahren wurden laut BSW-Solar jeweils rund 17,5 GWp an Leistung installiert. Um das Ziel von 215 Gigawatt in 2030 zu erreichen, brauche man aber einen Zubau von 20 GWp pro Jahr. Im ersten Halbjahr 2026 waren es laut BSW-Solar gut 7,5 GWp. Das ist zwar etwas mehr als im Vorjahreszeitraum, doch der Verband vermutet hier auch Vorzieheffekte wegen wegfallender Förderung am Werk.

Der BSW-Solar appelliert deshalb an den Bundestag, die vom Bundeskabinett beschlossene EEG-Novelle 2027 und das Netzanschlusspaket im parlamentarischen Verfahren nachzubessern.

"An einem starken Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt energie- und klimapolitisch kein Weg vorbei. Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen", sagt Körnig. "Wer jetzt die Bedingungen für neue Solaranlagen verschlechtert, riskiert einen Ausbauknick genau in dem Moment, in dem wir mehr Tempo brauchen."

Früher Erfolg ist kein Grund zum Zurücklehnen

Das vorzeitig erreichte Ausbauziel zeigt, dass Photovoltaik in Deutschland weiterhin dynamisch wächst. Dennoch darf der Meilenstein nicht über die bevorstehenden Herausforderungen hinwegtäuschen. Um 2030 die angestrebten 215 Gigawatt zu erreichen, muss der jährliche Zubau deutlich steigen. Dafür benötigen Unternehmen, Hauseigentümer und Investoren verlässliche Bedingungen sowie einfache Netzanschlüsse. Werden Förderungen kurzfristig gestrichen oder regulatorische Hürden erhöht, könnte die aktuelle Dynamik schnell verloren gehen. Die geplanten Gesetzesänderungen werden deshalb zum entscheidenden Test für die Energiepolitik. Deutschland hat bewiesen, dass schneller Solarausbau möglich ist. Nun muss die Politik dafür sorgen, dass aus dem Etappenerfolg kein Wendepunkt in die falsche Richtung wird.

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