Immobilien

Habecks neues Heizungsgesetz: Bußgelder bis 50.000 Euro bei Verstößen!

Das neue Heizungsgesetz von Wirtschaftsminister Robert Habeck hat für Immobilienbesitzer weitreichende Konsequenzen. Ab 2024 müssen 65 Prozent erneuerbare Energien in neuen Heizungen genutzt werden. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, dem drohen empfindliche Strafen.
31.10.2023 11:01
Aktualisiert: 31.10.2023 11:01
Lesezeit: 3 min

Robert Habecks Pläne haben die Gemüter erhitzt: Doch trotz der hitzigen Debatte im Bundestag wurde im September das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Habeck selbst nennt es ein „gutes Gesetz“ und unterstreicht die Bedeutung der neuen Heizungsvorgaben für den Klimaschutz. Seiner Meinung nach sind die Heizungsvorgaben ein wichtiger Schritt und werden dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen aus dem Gebäudesektor zu reduzieren, um die Klimaziele zu erreichen.

Auch der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) begrüßt, dass damit nun endlich Planungssicherheit für Handwerk, Industrie und Bürger besteht. „Das Gesetz bietet Orientierung und schafft Klarheit für alle Beteiligten, das steht für uns mit Blick auf die aktuelle Verunsicherung im Markt im Vordergrund“, so Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des BDH.

Doch was bedeuten diese Regelungen konkret für Hausbesitzer von Neubauten? Ab Januar 2024 müssen sie sicherstellen, dass in ihren Heizungen mindestens 65-Prozent erneuerbare Energien genutzt werden. Eine Revolution in der Art und Weise, wie wir unsere Häuser beheizen.

Vielfältige Optionen zur Umstellung auf Erneuerbare Energien

Für bestehende Gebäude und Neubauten in Baulücken gibt es großzügig bemessene Übergangsfristen. Frühestens ab 2026 treten die Vorgaben in Kraft, um eine bessere Anpassung an die lokale Wärmeplanung zu ermöglichen. Die Wärmeplanung soll Bürger und Unternehmen darüber informieren, welche Möglichkeiten zur Wärmeversorgung in ihrer Region zur Verfügung stehen. Gemeinden müssen bis spätestens Mitte 2028 (bzw. Mitte 2026 für Großstädte) festlegen, wo in den kommenden Jahren Wärmenetze oder umweltfreundliche Gasnetze ausgebaut werden sollen, informiert die Bundesregierung.

Das Gesetz bietet Hausbesitzern, die auf die Verwendung von 65-Prozent erneuerbaren Energien in ihren Heizsystemen umstellen wollen, verschiedene Optionen. Sie können sich an ein bestehendes Wärmenetz anschließen, elektrische Wärmepumpen installieren, Stromdirektheizungen nutzen, auf Biomasseheizungen setzen oder sich für Hybridheizungen und solarthermische Heizsysteme entscheiden. Die Vorschriften erlauben auch alternative Heizungssysteme, die erneuerbare Energien verwenden oder verschiedene Technologien kombinieren, solange mindestens 65 Prozent der Wärme aus nachhaltigen Quellen stammen.

Bestehende Gasheizungen können behalten werden, sofern sie „H2-ready“ sind und später auf Wasserstoff umgestellt werden können. Für bereits existierende Heizsysteme bleibt die Nutzung weiterhin gestattet und im Falle von Störungen oder Defekten können sie repariert werden. Sollte eine Heizung irreparabel sein, stehen praktische Übergangslösungen und Übergangsfristen zur Verfügung.

Welche Sanktionen drohen?

Werden die Regeln zur Heizungsnutzung nicht befolgt, drohen Immobilien- und Hausbesitzern empfindliche Geldbußen. Die neuen Heizpläne von Robert Habeck weiten die Bandbreite der Regelverstöße aus, die als Ordnungswidrigkeiten gelten. Gleichzeitig erfolgt eine konsequentere Verfolgung von Verstößen gegen diese Vorgaben.

Die Strafen erstrecken sich von Beträgen von 5.000 Euro bis hin zu sechsstelligen Geldstrafen von 50.000 Euro für besonders schwerwiegende Verstöße. Bei wiederholten Vergehen könnten die Geldbußen sogar noch höher ausfallen. Ein klar definierter Strafenkatalog legt die Verhaltensweisen fest, die geahndet werden können, wie Verstöße gegen die Mindestanforderungen der Heizsysteme oder die Effizienzanforderungen.

Es gilt: Die Höhe der Bußgelder richtet sich nach der Schwere des jeweiligen Verstoßes. Nach § 108 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) können Eigentümer mit Geldbußen von bis zu 5.000 Euro belegt werden, falls sie...

  • versäumen, Bestätigungen (Unternehmererklärungen) zu den Energievorgaben einzuholen oder abzugeben.
  • Aufbewahrungsfristen für Abrechnungen und Bestätigungen nicht einhalten.
  • Bescheinigungen zum Jahres-Primärenergiebedarf nicht vollständig, fehlerhaft oder nicht rechtzeitig vorlegen.
  • Anordnungen zu Stichprobenkontrollen von Behörden missachten.

Bei schwerwiegenderen Verstößen sind Geldbußen von bis zu 10.000 Euro zu erwarten, falls...

  • Inspektionen nicht fristgerecht durchgeführt werden.
  • das Inspektionspersonal nicht ausreichend qualifiziert ist.
  • die Angaben im Energieausweis nicht korrekt sind.
  • ein Energieausweis ohne entsprechende Berechtigung ausgestellt wird.
  • versäumt wird, einen Energieausweis an neue Eigentümer zu übergeben.
  • Immobilienanzeigen die erforderlichen energetischen Angaben nicht enthalten.
  • Interessenten während der Besichtigung kein Energieausweis vorgelegt wird.

Die heftigsten Strafen mit Höchstbeträgen im sechsstelligen Bereich von bis zu 50.000 Euro drohen, falls...

  • gegen das Betriebsverbot für Heizkessel und Ölheizungen verstoßen wird.
  • Zentralheizungen nicht den baulichen Anforderungen des Gesetzes entsprechen.
  • Vorschriften zur Einhaltung des Primärenergiebedarfs missachtet werden.
  • die Dämmvorschriften für Geschossdecken nicht erfüllt werden.
  • Heizungsanlagen mit Wasser als Wärmeträger keine Vorrichtungen zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur haben.
  • Leitungen und Armaturen die Wärmeabgabe und -aufnahme nicht ordnungsgemäß regulieren.

Überwachung der Heizungsvorgaben

Aber wer überprüft, ob die Heizungsvorgaben eingehalten werden? Die Rolle des Bezirksschornsteinfegers ist von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Durchsetzung der neuen Heizungsvorschriften geht. Er ist verantwortlich für die Inspektion von Feuerungsanlagen und die Gewährleistung der Einhaltung der neuen Heizungsvorgaben. Diese Überprüfung erfolgt gemäß § 97 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Rahmen der sogenannten Feuerstättenschau, die alle drei Jahre verpflichtend durchgeführt werden muss.

Falls Verstöße festgestellt werden, wird dem Eigentümer eine angemessene Frist eingeräumt, um die Mängel zu beheben. Sollten die Mängel nicht behoben werden, erfolgt eine Meldung an die zuständige Behörde, welche dann über die Verhängung von Geldbußen oder sogar die Untersagung des Betriebs der Heizungsanlage entscheidet. Darüber hinaus können stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden, wenn es Hinweise auf Verstöße gibt.

Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet sicherzustellen, dass die neuen Regeln zur Steigerung der Heizungseffizienz und Umweltfreundlichkeit mit aller Ernsthaftigkeit umgesetzt werden. In ihrer Gesamtheit unterstreicht das neue Heizungsgesetz von Robert Habeck die Dringlichkeit des Klimaschutzes und den Übergang zu umweltfreundlicheren Heizungssystemen in Deutschland. Es ist zweifellos ein bedeutender Schritt, der jedoch auch klare Sanktionen für diejenigen mit sich bringt, die diese Vorschriften ignorieren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Warum Unternehmen um jede Minute kämpfen

Im Internet ist Geld nicht länger die einzige Währung. Eine ebenso große Rolle spielt die Währung Aufmerksamkeit. Wer im Überfluss an...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

avtor1
Anika Völger

Freie Wirtschaftsjournalistin, Autorin, Bankkauffrau, Verwaltungswirtin, Dozentin für Recht. Anika Völger verbindet juristisches und wirtschaftliches Fachwissen mit journalistischer Klarheit. Die Hannoveranerin ordnet wirtschaftliche und politische Entwicklungen ein, analysiert rechtliche Zusammenhänge und erklärt Wirtschafts-, Finanz-, Technologie- und Kryptothemen für ein breites Publikum. Sie schreibt u. a. für die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, für Kanzleien sowie für Finanz- und Technologieunternehmen.
DWN
Technologie
Technologie Atem-Biometrie: Wird unser Atem bald zum neuen Passwort?
20.07.2026

Passwörter lassen sich ändern, ein Atemmuster nicht. Forscher wollen Menschen künftig daran erkennen, wie sie ein- und ausatmen, und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Median-Entgelt: Einkommen steigen, doch die Lohnlücke besteht weiter
20.07.2026

Mehr Geld auf dem Gehaltszettel, sinkende Unterschiede zwischen Frauen und Männern und deutliche regionale Abweichungen: Die aktuellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Yuan in Afrika: Wie Peking den Kontinent an sein Finanzsystem bindet
20.07.2026

Der Dollar dominiert die Weltwirtschaft, doch in Afrika baut China längst eine alternative Zahlungsroute für den Yuan auf. Was Handel und...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich nach Rückschlag: Aufträge stützen, Analysten bleiben vorsichtiger
20.07.2026

Die Rheinmetall-Aktie ist nach einem turbulenten Juni mit leichten Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Neue Aufträge und volle...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kodano: Polnischer Optikriese nimmt Deutschland ins Visier
20.07.2026

Mehr Filialen, künstliche Intelligenz und Gespräche über gleich drei mögliche Übernahmen: Der polnische Optikkonzern Kodano wächst...

DWN
Politik
Politik Analyse: Wenn Putin verzweifelt, müssen wir seine Reaktion wirklich fürchten
20.07.2026

Der Druck auf Russland wächst militärisch und wirtschaftlich. Die Verluste an der Front sind enorm, die Wirtschaft ächzt unter dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen AliExpress: EU verhängt Rekordstrafe gegen chinesischen Online-Marktplatz
20.07.2026

Gefälschte Markenartikel, unsicheres Spielzeug und fragwürdige Kosmetik beschäftigen Europas Behörden seit Jahren. Nun setzt die EU mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie trotzt der Krise: Jetzt entscheidet der Reformkurs
20.07.2026

Deutschlands Wirtschaft sendet überraschend deutliche Lebenszeichen: Industrie und Bau produzieren mehr, während die Inflation...