Immobilien

Mietschock zum Jahresende: Mieten steigen doppelt so stark wie die Inflation

Die Mieten in Deutschland sind zum Jahresende 2025 vielerorts stark gestiegen und haben die allgemeine Inflation deutlich übertroffen. Im vierten Quartal legten die Angebotsmieten laut dem GREIX-Mietpreisindex des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu – rund doppelt so schnell wie die Lebenshaltungskosten. Gegenüber dem dritten Quartal erhöhte sich das Niveau in den 37 untersuchten Städten und Regionen um 1,0 Prozent.
19.01.2026 10:03
Lesezeit: 2 min

Zugleich sei der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote auf Rekordniveau gewachsen. Bundesweit entfiel 2025 mehr als jedes sechste Inserat (17 Prozent) auf dieses Segment, so das Institut. In den acht größten Städten liege der Anteil bei fast einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel. "Wohnungssuchende haben es aktuell schwer", sagt Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX am IfW Kiel. "Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter."

Zahl der Inserate deutlich gesunken

Für den GREIX-Index werden Angebote von mehr als 100 Immobilienplattformen und Maklerwebsites gebündelt. Pro Quartal werden über 60.000 Inserate analysiert.

In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen laut der Angaben die Angebotsmieten im Quartalsvergleich, besonders in Köln mit 3,4 Prozent und München mit 1,9 Prozent. In Hamburg und Frankfurt lagen die Anstiege etwa im bundesweiten Schnitt von einem Prozent.

Am höchsten war die durchschnittliche Kaltmiete in München mit 23,35 Euro je Quadratmeter, vor Frankfurt mit 17,36 Euro - deutlich mehr als der Schnitt von 14,41 Euro. Insgesamt seien die Angebotsmieten seit 2015 um 14 Prozent stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung. "Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener beziehungsweise Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen", sagte Zdrzalek.

Zudem sinkt laut Studie das Angebot. Im vierten Quartal 2025 lag die Zahl der Inserate um sieben Prozent unter dem Vorjahresquartal. Im Vergleich mit 2015 gebe es sogar rund 20 Prozent weniger Mietinserate. Das sei ein Zeichen, dass Menschen mit Altverträgen ihre Wohnung halten und viele Objekte ohne Inserat vergeben würden.

Mieten um 42 Prozent in fünf Jahren gestiegen

Einen deutlichen Anstieg der Mieten verzeichnet auch der Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL). Im zweiten Halbjahr 2025 seien die Angebotsmieten in den acht Metropolen, darunter Berlin, München, Stuttgart und Leipzig, im Schnitt um 4,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum geklettert. Aber nicht nur in den größten deutschen Städten, auch in den kreisfreien Städten außerhalb der Metropolen (plus 3,4 Prozent) und in den Landkreisen (plus 4,4 Prozent) verzeichnete JLL deutlich anziehende Mieten.

Besonders die Angebotsmieten für Neubauwohnungen stiegen stark, wenngleich weniger als vor einem Jahr, zeigt die Analyse, für die rund 35.000 Mietangebote ausgewertet wurden.

In diesem Jahr werde sich am Aufwärtstrend wenig ändern, schätzt JLL. Allerdings dürften sich sehr teure Mieten schwerer durchsetzen lassen, da der Markt etwa im Premiumsegment an seine Grenzen stoße. Über fünf Jahre seien die Mieten in den Metropolen im Schnitt schon um gut 42 Prozent gestiegen

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