Finanzen

Brüsseler Personalpoker: Spekulationen um vorzeitigen Rückzug von EZB-Chefin Lagarde

Christine Lagarde könnte die EZB vor Ende ihrer Amtszeit verlassen. Hintergrund sind offenbar Sorgen, dass nach den Wahlen in Frankreich Rechtspopulisten großen Einfluss haben und die Neubesetzung kompliziert werden könnte. Die Notenbank erklärt dazu, es sei noch keine Entscheidung getroffen.
18.02.2026 14:48
Lesezeit: 1 min
Brüsseler Personalpoker: Spekulationen um vorzeitigen Rückzug von EZB-Chefin Lagarde
Für die Lagarde-Nachfolge haben sich auch zwei deutsche Notenbanker ins Gespräch gebracht: Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel. (Foto: dpa) Foto: Florian Wiegand

Spekulationen um vorzeitigen Rückzug von EZB-Chefin Lagarde

Räumt EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihren Posten vorzeitig? Ein Bericht der "Financial Times" (FT) gibt Spekulationen, die es 2025 schon einmal gab, neue Nahrung. Demnach wolle Lagarde noch vor der französischen Präsidentschaftswahl, die im April 2027 stattfinden soll, die Europäische Zentralbank (EZB) verlassen. Hintergrund sind offenbar Sorgen, dass nach den Wahlen in Frankreich Rechtspopulisten großen Einfluss haben könnten und die Neubesetzung der EZB-Spitze komplizierter werden könnte.

Eine Sprecherin der Notenbank in Frankfurt teilte auf Anfrage mit: "Präsidentin Lagarde konzentriert sich voll und ganz auf ihre Aufgabe und hat noch keine Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit getroffen." Lagarde trat ihr Amt als Nachfolgerin des Italieners Mario Draghi am 1. November 2019 an. Berufen wird der Präsident oder die Präsidentin der EZB für acht Jahre. Lagarde ist also regulär noch bis Ende Oktober 2027 im Amt.

Brüsseler Personalpoker um EZB-Spitze

Die Besetzung der EZB-Spitzenposten ist Teil eines Brüsseler Personalpokers. Die Entscheidung liegt bei den Eurostaaten. Die "Financial Times" beruft sich auf eine Person, die mit den Überlegungen Lagardes vertraut sein soll. Demnach will die Französin durch einen vorzeitigen Abtritt dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ermöglichen, noch vor der Wahl in Frankreich die Nachfolge für den Spitzenposten bei einer der wichtigsten Institutionen im Euroraum zu regeln. Wann Lagarde ihr Amt niederlegen werde, sei noch unklar, schreibt die Zeitung.

Für die Lagarde-Nachfolge haben sich auch zwei deutsche Notenbanker ins Gespräch gebracht: Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel. Als Favoriten gelten der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos, der derzeit Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Immobilien
Immobilien Mieten 101: Wie Sie Ihre Traumwohnung kriegen - trotz eines angespannten Immobilienmarktes
10.05.2026

Jeder kennt Horrorgeschichten von Wohnungsbesichtigungen mit 50 Bewerbern auf ebenso vielen Quadratmetern. Wie Sie als Bewerber aus der...

DWN
Panorama
Panorama Futuristische Kabinen auf alten Gleisen: Neues öffentliches Verkehrssystem mit autonomen Fahrzeugen?
10.05.2026

Stillgelegte Bahnstrecken könnten für den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum wieder an Bedeutung gewinnen. Kann Monocab OWL...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die Box, die Distanzen schrumpfen ließ: 60 Jahre Logistik-Wunder
10.05.2026

Sie sehen aus wie bunte Bauklötze aus Stahl und passen nahtlos auf Schiffe, Züge sowie Lastwagen: Container. Als am 5. Mai 1966 das erste...

DWN
Panorama
Panorama Klimafreundlicher Straßenbau: Kälterer Asphalt soll CO2-Ausstoß senken
10.05.2026

Klimafreundlicher Asphalt wird für die Baubranche zunehmend zum Prüfstein zwischen Kosten, CO2-Reduktion und technischer...

DWN
Technologie
Technologie Antropic: Gefürchtetes KI-Modell erschüttert Banken und Regierungen
10.05.2026

Anthropic will den Zugang zu Mythos ausweiten, obwohl das Weiße Haus Sicherheitsbedenken anmeldet. Das KI-Modell soll unbekannte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kurzarbeit in Deutschland: 133 Millionen Stunden verloren – ein Warnsignal
09.05.2026

Die Zahl ausgefallener Arbeitsstunden durch Kurzarbeit steigt weiter an und signalisiert eine wachsende Belastung für die deutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Warum Europas Unternehmen unter Regulierung leiden
09.05.2026

Zwar gilt die EU vielen als Anker für Stabilität, doch im Mittelstand wächst der Unmut. Die regulatorische Dichte aus Brüssel wird...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wenn Führungskräfte scheitern: Warum Unternehmen Ideen oft nicht umsetzen
09.05.2026

Viele Führungskräfte scheitern nicht an Strategie oder Marktbedingungen, sondern daran, wie sie ihre Ideen im Unternehmen vermitteln und...