Finanzen

Mehr Bargeldfans: Deutschland bleibt Bargeld-Hochburg

Trotz Karten und Apps: 73 Prozent der Deutschen zahlen am liebsten bar. Warum halten sich Schein und Münze hierzulande so beharrlich, während viele Skandinavier schon ganz auf Bargeld verzichten?
26.02.2026 11:11
Lesezeit: 2 min

Deutschland bleibt Bargeld-Hochburg in Europa

Deutschland und Österreich bleiben Europas Bargeld-Hochburgen. Schein und Münze werden in den beiden Länder deutlich häufiger benutzt als in den sieben anderen europäischen Ländern, in denen sich das Marktforschungsinstitut YouGov für das Beratungsunternehmen BearingPoint umgehört hat.

Gefragt nach ihrer häufigsten Zahlungsmethode nannten in der Umfrage im Dezember 73 Prozent der 2.026 befragten Erwachsenen in Deutschland Bargeld. Damit erhöhte sich der Anteil der Bargeldfans hierzulande im Vergleich zur Vorjahreserhebung sogar noch von damals 69 Prozent.

Europaweiter Trend zum digitalen Bezahlen

In allen anderen untersuchten Ländern ist die Bargeldnutzung rückläufig - auch in Österreich, wo in der jüngsten Umfrage 71 Prozent der dort 1.000 Umfrage-Teilnehmer angaben, Bargeld besonders häufig zu verwenden.

In den sieben anderen Ländern kommen Schein und Münze beim Bezahlen der Erhebung zufolge deutlich seltener zum Einsatz: in der Schweiz, die auf Platz drei landet, greifen 61 Prozent der dort Befragen besonders häufig zu Bargeld. Irland zählt 58 Prozent, die Bargeld bevorzugen, in Frankreich sind es 51 Prozent, in den Niederlanden 46 Prozent.

Ein Viertel der Schweden kommt ganz ohne Bargeld aus

Besonders selten wird Bargeld in den drei nordeuropäischen Ländern Schweden (25 Prozent der Befragten), Dänemark (32 Prozent) und Finnland (42 Prozent) genutzt. Gut ein Viertel der Befragten in Schweden (27 Prozent) kommt nach eigenen Angaben ganz ohne Bargeld aus. In Dänemark sagt dies fast jeder Fünfte (18 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland (2 Prozent) und Österreich (1 Prozent) ist der Anteil derjenigen, die ganz auf Schein und Münze verzichten, verschwindend gering.

Einen kompletten Abschied vom Bargeld in den nächsten zehn Jahren halten 37 Prozent der Befragten in den neun Ländern für sicher beziehungsweise für sehr wahrscheinlich. Am ehesten glauben demnach die Dänen (50 Prozent), dass Bargeld dann nicht mehr verwendet wird, in Deutschland rechnen 33 Prozent damit, in Österreich 29 Prozent.

Viele haben noch nichts vom digitalen Euro gehört

Dass ein digitaler Euro oder vergleichbares digitales Zentralbankgeld (CBDC/ Central Bank Digital Currency) in anderen Währungsräumen an die Stelle des Bargeldes treten wird, meint indes nur eine Minderheit der Umfrageteilnehmer.

Allerdings hat ein Drittel (33 Prozent) der Befragten in den Euroländern, die in der Umfrage berücksichtigt wurden, noch nichts vom digitalen Euro gehört, an dem die Europäische Zentralbank (EZB) seit Jahren arbeitet und der 2029 eingeführt werden könnte. Die Euro-Währungshüter betonen immer wieder, es gehe dabei nicht um die Abschaffung des Bargeldes, sondern um eine digitale Alternative zu Schein und Münze auf europäischer Basis.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Fiskalischer Spitzenreiter: Wie Deutschland seinen Bürgern am meisten abknöpft
09.07.2026

Eine Analyse zur Steuerbelastung in Europa zeigt für das Jahr 2026 eine bittere Wahrheit für deutsche Steuerzahler: Die Bundesrepublik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Export: Warum der Westen an billigen Waren aus China erstickt
09.07.2026

China produziert mehr, als die eigene Bevölkerung kaufen kann, und drückt immer aggressiver auf die Weltmärkte. Für Europa wird diese...

DWN
Politik
Politik Durchgepeitschte Reformen: Karlsruhe lässt Koalition trotz Verfahrenskritik gewähren
09.07.2026

Das Bundesverfassungsgericht hat die Eilanträge der Opposition gegen das Gesundheits-Sparpaket und das Heizungsgesetz abgewiesen. Damit...

DWN
Politik
Politik Krise im Rathaus: Wegner immer mehr in der Defensive
09.07.2026

Rund zwei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus steht der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) massiv unter Druck. Nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen SAP-Aktie: EU-Kartellverfahren beendet - SAP entgeht Millionenstrafe durch Zusagen
09.07.2026

Der Softwarekonzern SAP hat eine drohende EU-Wettbewerbsstrafe in letzter Sekunde abgewendet. Nach Vorwürfen der EU-Kommission, der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Showdown in Wolfsburg - Bundesweite Proteste gegen VW-Sparpläne
09.07.2026

Mit einem bundesweiten Aktionstag stemmt sich die IG Metall gegen drohende Werksschließungen und massiven Jobabbau bei Volkswagen....

DWN
Politik
Politik Überraschende Wende: EU-Parlament ebnet Weg für Chatkontrolle
09.07.2026

Das EU-Parlament hat trotz massiver Kritik den Weg frei gemacht, private Chats befristet auf Kindesmissbrauch zu scannen. In einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exporte trotzen Iran-Krieg: Deutschland überrascht die Märkte
09.07.2026

Lichtblick für die deutsche Wirtschaft: Die deutschen Exporte legen im Mai erneut zu – vor allem dank eines starken Geschäfts mit den...