Unternehmen

Hyundai Kona im Test: Futuristisch, mutig und anders

Der Hyundai Kona sieht aus, als wolle er nicht jedem gefallen. Genau das macht ihn spannend, denn hinter der mutigen Form steckt ein kräftiges, gut ausgestattetes SUV mit Allradantrieb.
01.06.2026 15:38
Lesezeit: 5 min
Hyundai Kona im Test: Futuristisch, mutig und anders
Der Hyundai Kona im Test. (Foto: Matej Štakul)

Kona steht für Ausdauer. Hyundai macht daraus ein SUV mit Auftritt

Der Ironman-Triathlon in Kona auf Hawaii: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,25 Kilometer Radfahren und 42,20 Kilometer Laufen. Alles an einem Tag. Dorthin schaffen es nur die Besten. „Kona“ ist also längst ein Synonym für Ausdauer und Spitzenleistung. Könnten sich die Entwickler des allradgetriebenen Kona noch mehr wünschen?

Hyundai ist heute ein Autohersteller mit großem Namen. Selbstverständlich ist das nicht. In den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts gab es in Europa kaum ein Auto dieser Marke, für das man guten Gewissens die Hand ins Feuer gelegt hätte. Doch die Südkoreaner haben mit Milliardeninvestitionen und ständiger Schulung ihrer Mitarbeiter eine Marke aufgebaut, die der Konkurrenz Respekt einflößt. In der Modellpalette finden sich Autos für Geschmack und Geldbeutel fast jedes Europäers. Zu den Modellen, die zumindest aus unserer Sicht besonders interessant sind, gehört ganz sicher der Kona. Ein SUV, das auf jedem gefahrenen Kilometer auf sich aufmerksam macht. Auch dank seiner Form, die futuristisch, mutig und anders genug wirkt, damit sich die Leute nach ihm umdrehen.

Ohne Emotionen geht es heute einfach nicht

Das ist natürlich nicht sein einziger Trumpf. Seine Maße (4,35 Meter Länge) sind genau richtig, damit sich am Lenkrad auch Fahrer sicher fühlen, die eigentlich nicht allzu gern fahren. Er ist zudem geräumig genug und in Kombination mit der Ausstattung Premium gut mit verschiedenen Komfort- und Sicherheitsbonbons bestückt. Dazu später mehr. Für ihn spricht auch, dass er in ein Segment fällt, das Käufer heute lieben. Noch sehr gut ist die internationale Präsentation aus dem Jahr 2017 in Erinnerung, als der damalige Designer Peter Schreyer sagte. „Ohne Emotionen geht es heute einfach nicht. Der Kona ist eine Art Erwachen, wie ein starker italienischer Espresso mitten in Mailand. Der weckt dich auf, und der Kona wird aufwecken.“ Er hatte vollkommen recht.

Wenn man an einen sportlichen SUV denkt, kommt einem sofort eine hohe und damit bequeme Sitzposition sowie an Allradantrieb in den Sinn. Der ist in der Klasse des Kona nicht selbstverständlich und war in der Testversion daher definitiv ein Mehrwert. Damit bleibt man auch bei schlechterem Wetter souverän auf der Straße. Die Frage ist natürlich, ob sich der Besitzer oder die Besitzerin auch auf anspruchsvolleres Gelände wagt und dort testet, was der Wagen tatsächlich kann. Doch das ist nicht sein eigentlicher Zweck.

Deshalb ist die bessere Frage, für wen der Kona gedacht ist. Für Rentner, ein sportlich orientiertes Paar, vielleicht sogar für junge Familien? Die Rückbank bietet jedenfalls genug Platz für Knie und Kopf von zwei durchschnittlich großen Erwachsenen. Auch der Kofferraum mit doppeltem Boden und 407 Litern Basisvolumen verdient seinen Namen. Obwohl man natürlich ein paar Liter mehr nicht ablehnen würde. Die Rückbank lässt sich umklappen, und mit etwas Geschick lassen sich hinten sogar zwei Mountainbikes verstauen. Das ist keine Illusion. Die elektrische Heckklappe verdient wirklich Lob.

Der Fahrer hat guten Grund zur Zufriedenheit

Wenn man vom Kona mehr verlangt, besonders auf der Autobahn, bekommt man auch mehr. Der „Schuldige“ ist der 1,6-Liter-Benzinmotor unter der Haube. Er hat stattliche 180 PS, die eine geradezu masochistische Natur haben und kaum erwarten können, in den Galopp geschickt zu werden. Schon die technischen Daten versprechen viel. 209 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit und 8,8 Sekunden auf 100km/h. Und auch in der Praxis bekommt man viel, denn dem Kona liegt eine etwas dynamischere Fahrweise. Rennen gefahren wurde damit natürlich nicht. Dennoch bleibt die Fahrt auch bei etwas höherem Tempo sehr bequem. Dafür sorgt das Siebengang-Automatikgetriebe, das schnell und fast unmerklich schaltet.

Der Fahrer wird mit gutem Grund zufrieden sein. Nicht nur, da es im Innenraum für Kleinkram zwei Fächer und mehrere Ablagen gibt. Erfreulich sind auch die Möglichkeit zum kabellosen Laden des Telefons und die umfangreiche Ausstattung. Dazu gehören der adaptive Tempomat, beheizbare Vordersitze, Navigation und Parkkamera. Es ist ein Gesamtpaket, das vielversprechend und interessant wirkt. Auf die Menüs greift man entweder über den farbigen Touchscreen oder über die Tasten am Lenkrad zu. Einige klassische Schalter sind ebenfalls geblieben. Das ist lobenswert und vor allem praktisch. Für den getesteten Kona muss man allerdings 33.900 Euro bereithalten. Das liegt im Rahmen der Erwartungen.

Alles in allem ist der Hyundai Kona ein interessanter Kandidat in einem der umkämpftesten Segmente des Automarkts. Kompakte SUV mit kräftigem Benziner, Allradantrieb und guter Ausstattung sprechen Käufer an, die Alltagstauglichkeit, Optik und Fahrfreude in einem Paket suchen. Gleichzeitig zeigt der Preis von 33.900 Euro, dass Hyundai längst nicht mehr über den Billigbonus kommt, sondern über Design, Technik und Ausstattung bestehen will. Das Fazit fällt entsprechend klar aus. Der Hyundai Kona ist kein nüchternes Vernunftauto, sondern ein selbstbewusstes SUV mit Charakter, das im Alltag viel kann und beim Fahren mehr Freude macht, als man ihm auf den ersten Blick zutraut.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
10.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...

DWN
Politik
Politik Brüssel schlägt vor: weniger Kommissare, weniger Vetos, mehr Schutzklauseln und 15 Jahre Kontrolle neuer Mitglieder
09.10.2026

Die Europäische Kommission will in den bisherigen Mitgliedstaaten Unterstützung für die Erweiterung gewinnen, da dort Sorgen über die...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Sechs Gründe, warum die Micron-Aktie zum Kauf einlädt
09.10.2026

Das Problem besteht nicht darin, einen Grund für den Kauf zu finden, sondern sich zu vergewissern, dass man davon nicht bereits zu viel im...