Immobilien

Interhyp sieht keinen starken Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland

Viele hoffen auf eine Trendwende bei den Immobilienpreisen in Deutschland. Doch Experten von Interhyp sehen weiterhin keinen deutlichen Aufschwung am Immobilienmarkt. Steigende Immobilienzinsen und wirtschaftliche Unsicherheit werfen eine zentrale Frage auf: Bleibt Wohneigentum bezahlbar?
02.02.2026 07:57
Lesezeit: 1 min
Interhyp sieht keinen starken Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland
Interhyp sieht keinen Aufschwung bei Immobilienpreisen (Foto: dpa). Foto: Marcus Brandt

Immobilienpreise: Interhyp sieht keinen Aufschwung

Trotz weiterhin großer Nachfrage vieler Menschen nach Wohneigentum rechnet der Finanzierungsvermittler Interhyp auf dem deutschen Immobilienmarkt nicht mit einem kräftigen Aufschwung. Nach Einschätzung von Vorstand Stefan Hillbrand bremsen neben zuletzt wieder leicht höheren Zinsen auch die wirtschaftliche Unsicherheit die Entwicklung der Immobilienpreise.

Das Münchner Unternehmen vermittelt Baufinanzierungen von Banken an seine Kundschaft und verfügt laut eigenen Angaben über einen Marktanteil von 11 Prozent bei der Baufinanzierung. Damit gelten die Zahlen als wichtiger Hinweis für die Lage am Immobilienmarkt. Demnach ging es in der ersten Jahreshälfte 2025 spürbar nach oben, danach aber wieder seitwärts. Die durchschnittlichen Zinsen für zehnjährige Darlehen seien von 3,3 Prozent Anfang 2025 auf 3,9 Prozent im Dezember gestiegen, erklärte Hillbrand. "Das macht natürlich einen Unterschied in der monatlichen Rate."

Schuldenpaket des Bundes schlägt auf Immobilienzinsen durch

Hillbrand und Interhyp-Vorstandschef Jörg Utecht rechnen im weiteren Jahresverlauf nicht mit sinkenden Zinsen – auch wegen des 500 Milliarden Euro-Schuldenpakets der Bundesregierung. "Wenn der Staat mehr Geld am Kapitalmarkt aufnimmt oder aufnehmen muss, steigen die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, und steigen die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, steigen auch in der Regel die Baufinanzierungszinsen", sagte Utecht. Damit könnten auch Immobilienzinsen und Immobilienpreise beeinflusst werden.

"Leistbarkeit" verbessert

Kaufinteressenten, die sich eine Immobilie leisten können, befinden sich laut Interhyp derzeit dennoch nicht in einer schlechten Ausgangslage: Die "Leistbarkeit" habe sich wieder verbessert, betonte Utecht. Er verwies auf höhere Reallöhne sowie Immobilienpreise, die in vielen Städten weiterhin deutlich unter den Höchstständen von 2022 lägen. "Wir sehen gerade bei Bestandsimmobilien seit einigen Monaten in der Tendenz wieder leicht sinkende Preise."

Die Interhyp beschäftigt 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen hatte das Ende der Nullzinsphase 2023 und den anschließenden Einbruch am Immobilienmarkt deutlich gespürt. 2025 ging es wieder nach oben: Das Finanzierungsvolumen stieg nach Angaben um 18 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn lag bei 23 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so hoch. Einen Nettogewinn nennt das nicht börsennotierte Unternehmen nicht.

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