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Euro

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso beim Staatsbesuch in Albanien: Von niemandem gewählt, und keinem verantwortlich - und alle nur erdenklichen Privilegien. Die EU muss zu einem Europa der Bürger werden, in dem die Politiker rechenschaftspflichtig sind. (Foto: dpa)

Ökonom Crusius: Europa gehört den Bürgern, nicht den Eliten

Der Ökonom Reinhard Crusius glaubt, dass Europa nur vor einer Katastrophe bewahrt werden kann, wenn die Bürger selbst das Heft in die Hand nehmen. Er plädiert dafür, das bequeme Wegducken und Lamentieren zu beenden und die Politiker zu zwingen, transparent und verantwortlich zu handeln. Europa sei, so Crusius, ein großartiger Kontinent - zu wertvoll, um ihn den Finanz-Eliten zu überlassen, die die Menschen auf "Lohnstückkosten" reduzieren.

Die Politiker in der EU haben im Grunde keine genaue Vorstellung, wie dieser Koloss zu führen ist. Daher verlassen sich auf die Einflüsterungen von Bankern und Zentralbankern. Der dauerhafte Euro-Crash ist solcherart nicht zu abzuwenden. (Foto: dpa)

„Gier, Unfähigkeit, Propaganda“: Ein zorniger Ökonom rechnet mit der EU ab

Der Ökonom Richard Crusius glaubt, dass Europa nur zu ändern ist, wenn die EU radikal umgebaut wird: Nur ein soziales und freies Europa kann ein wirklich liberales Europa sein. Bisher hat sich eine weitgehend ahnungslose Politik von den Playern aus der Finanzwirtschaft gängeln lassen. Große, zentralistische Organisationen haben in der Folge die Macht übernommen. Zu retten sei Europa nur, wenn der giftige Cocktail aus Gier, Dummheit und Propaganda endlich in den Ausguss gekippt wird. Ein zorniges Plädoyer für ein radikal anderes Leben in Europa.

Aus Sicht eines Börsianers gibt es einen klaren Trend: Der zeigt nach unten - und wird noch lange anhalten. Nur wenige werden zu den Gewinnern zählen. (Foto: dpa)

Es wird keinen Crash geben: Wir werden trotzdem viel verlieren

Der Börsenhändler Michael P. Seiter hält einen Dritten Weltkrieg oder einen Börsen-Crash für unwahrscheinlich. Statt dessen erwartet er einen schleichenden Prozess: Weniger Geld für mehr Arbeit, weniger Freiheit, mehr Überwachung. Dieser Trend werde auch die Reichen erfassen: Niemand kann sich sicher sein, dass er zu den Profiteuren der Krise zählen wird.

Der Chef der portugiesischen Zentralbank, Carlos Costa, lässt die Espírito Santo mit Steuergeldern retten und teilt sie einen „guten“ Teil und eine Bad Bank. Die Banken-Krise erreicht nun allerdings auch andere Länder. (Foto: dpa)

Nach Portugal: Banken-Krise erreicht Frankreich

Die marode Banco Espírito Santo bringt mit der Crédit Agricole eine der größten französischen Banken in Bedrängnis. Der Ausfall der BES schlägt sich mit mehr als 700 Millionen Euro Verlust bei den Franzosen nieder. Der Vorstand fühlt sich von der portugiesischen Banker-Familie hintergangen.

Portugals Premier Anibal Cavaco Silva (re.) will die Espritio Santo mit EU-Hilfsgeldern retten. (Foto: dpa)

Deutsche Steuerzahler müssen Skandal-Bank in Portugal retten

Die portugiesische Zentralbank hat die Portugal Skandalbank Espírito Santo übernommen. Die Bank wird mit europäischem Steuergeld gerettet. Praktischerweise haben die Portugiesen noch einige Milliarden aus dem ersten Rettungs-Paket übrig. Ein gesonderter Beschluss des Deutschen Bundestags ist nicht vorgesehen. Die deutschen Steuergelder werden von der EU-Kommission verwaltet. Die Zentralbank beruhigte am Sonntagabend die Sparer und garantierte deren Einlagen.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet ist sich mit der Bundesbank einig: Die Löhne in Deutschland sollen steigen. (Foto: dpa)

Angst vor Deflation: EZB fordert höhere Löhne in Deutschland

Die niedrigste Inflationsrate seit fünf Jahren lässt die Angst vor einer Deflation in der EU wachsen. Die Teuerungsrate liegt derzeit noch bei 0,4 Prozent. Als Rezept gegen den Trend fordert die EZB nun, die Löhne in Deutschland zu erhöhen.

Jean-Claude Juncker soll die EU weiter in Richtung Super-Staat entwickeln. Ein erster Schritt könnte ein eigener EU-Finanzminister sein, der die EZB unter die Kuratel der Kommission stellt und den Euro-Kurs politisch festlegt. Die Franzosen fordern dies seit langem. Im Bild Juncker beim Empfang des Bundesverdienstkreuzes durch Angela Merkel und Wolfgang Schäuble auf Schloss Meseburg bei Berlin. (Foto: dpa)

Mehr Macht für Brüssel: Juncker soll zentralen EU-Finanzminister installieren

Der neue EU-Kommissar Jean-Claude Juncker will die Umformung der EU zu einem Super-Staat vorantreiben. Er plant die Einrichtung eines eigenen Finanzministers. Dieser heißt zwar formal noch "Kommissar für Finanzmärkte", soll aber langfristig Aufgaben übernehmen, die früher Finanzminister in den Nationalstaaten zustanden. Vor allem soll dieser politische Kommissar die EZB kontrollieren.

Den türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdoğan und Russlands Präsident Wladimir Putin verbindet eine Männerfreundschaft. Der bilaterale Handel zwischen Russland und der Türkei soll massiv ausgebaut werden. (Foto: dpa)

Gegen den Dollar: Erdoğan will eine Allianz mit Putin schließen

Die Türkei möchte den US-Dollar als Leitwährung beim Handel mit Russland ablösen. Stattdessen sollen der Rubel und die Türkische Lira als Zahlungsmittel dienen. Damit möchte das Land künftige Sanktionen gegen Russland umgehen. Denn Russland ist der zweitgrößte Handelspartner der Türkei. Für die Nato könnte die Kehrtwende zum Problem werden.

Bei der Espirito Santo besteht akute Ansteckungsgefahr. Die Schweiz hat es bereits getroffen. Die EU sieht dennoch keine Gefahr und beruhigt. Europas Banken sind hingegen nervös. (Foto: dpa)

Portugal-Schock erreicht die Schweiz: Notverkauf der Espírito Santo

Die Banken-Krise in Portugal erreicht nun auch die Schweiz. Die Finanzmarktaufsicht leitete den Notverkauf der Schweizer Tochter der Espirito Santo ein. Die Folgen eines möglichen Konkurses der Espirito-Mutter seien nicht absehbar. Kunden, Vermögen und Berater gehen an ein anderes Geldhaus, die Bank selber bleibt bei den Portugiesen.

Der Euro ist in den letzten fünf Tagen im Vergleich zum Dollar stark gefallen. (Quelle: Ariva)

Euro-Kurs sinkt auf 1,345 US-Dollar

Der Euro fällt im Vergleich zum Dollar auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Die Anleger spekulieren auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik. In den USA und Großbritannien rechnen die Investoren hingegen mit steigenden Leitzinsen. Die Aussicht auf eine wachsende Zinsdifferenz zwischen den Währungen setzt den Euro weiter unter Druck.