Finanzen

Zypern: Zentralbank übernimmt Regierungs-Aufgaben

Lesezeit: 1 min
25.03.2013 17:30
Mit ihrem Ultimatum für Zypern hat die EZB endgültig ihre Rolle als politische Kraft in der EU demonstriert. Die EZB wird nun die Restrukturierung der Banken regeln. Ausführendes Organ ist nicht die Regierung von Zypern, sondern die Zentralbank des Landes als verlängerter Arm der EZB.
Zypern: Zentralbank übernimmt Regierungs-Aufgaben

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..
download.macromedia.com] name="src" value="[ec.europa.eu] />
Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Macht der EZB hat sich in den vergangenen Monaten immer mehr vergrößert. Doch dabei geht es nicht nur um die Übernahme der europäischen Bankenaufsicht (hier) oder die massiven Eingriffe in die Märkte. Der Fall Zypern zeigt, dass neue Macht im Staate von den zentralbanken ausgeübt wird. Denn für die Umsetzung des Restrukturierungs-Programmes in Zypern ist die Zentralbank des Landes zuständig - und nicht mehr das Parlament.

EZB führt die Eurozone

Nicht nur, dass die EZB Zypern mit der Drohung, die Notkredite zu stoppen, massiv unter Zeitdruck setzte (hier). Nun wird sie selbst die Geschicke zur Restrukturierung des zypriotischen Bankensystems in die Hände nehmen.  Dass die EZB von der Finanzblase in Zypern schon vor dem Euro-Beitritt des Landes wusste und nichts dagegen unternahm, scheint dabei keine Role zu spielen (mehr hier). Für Guthaben von mehr als 100.000 Euro bei der Bank of Cyprus wird eine Abgabe von 40 Prozent eingestrichen und die Laiki Bank zerschlagen (hier).

Damit wurden letztlich sowohl das zypriotische Parlament als auch Präsident Anastasiades übergangen. Anastsasiades drohte noch vor der Entscheidung mit einem Rücktritt, sollte diese Art der Bankenumstrukturierung durchgesetzt werden (mehr hier). Und das zypriotische Parlament, das in einer ersten Abstimmung die ursprüngliche  Zwangsabgabe für alle Einlagen noch verhindern konnte, hat nun keine wirkliche Entscheidungskraft mehr. Denn anders als bei der Zwangsabgabe aus dem ersten Baiout-Vorschlag für Zypern, ist die Bankenrestrukturierung, über die die Zwangsabgabe für höhere Einlagen läuft, keine Steuer mehr (hier).

Troika entscheidet über Banken

Zusätzlich zur Durchführung der Restrukturierung der zypriotischen Banken bestehen noch immer die massiv eingeschränkten Zugänge zu Kapital in Zypern. Die Banken sind weiterhin gechlossen, die Abhebungen pro Konto und Tag eingeschränkt und die Überweisungsmöglichkeiten eingefroren. Der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, gab am Montag an, dass die Troika (IWF, Kommission und EZB) mit der zypriotischen Regierung über den Zeitpunkt der Öffnung der Banken noch verhandeln werden. Vor allem die Einführung und Umsetzung der veranschlagten Kapitalverkehrskontrollen für das Land werden vorher noch beendet werden müssen. Mittlerweile ist davon die Rede, die Banken am Dienstag wieder öffnen zu lassen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Investition in Rüstungs-ETFs: Ist das moralisch vertretbar?
25.02.2024

Angesichts anhaltender geopolitischer Konflikte profitieren derzeit viele Rüstungskonzerne von deutlichen Kurssteigerungen. Wir sagen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der „Digital Services Act” - Regulierung mit Hintertür
25.02.2024

Das Digital Services Act-Paket der EU, welches die digitalen Dienste und Märkte künftig regeln möchte, ist brandaktuell. Es soll einen...

DWN
Politik
Politik Trump muss im Betrugsfall 454 Millionen Dollar Strafe zahlen
25.02.2024

Ein New Yorker Gericht hat Donald Trump wegen Betrugs zu einer Strafzahlung von 454 Millionen Dollar aufgefordert.

DWN
Finanzen
Finanzen Falschgeld: Bundesbank meldet kräftigen Anstieg - darauf müssen Sie achten!
25.02.2024

Die Deutsche Bundesbank meldet einen Anstieg gefälschter Banknoten und Münzen. Einzelne Bundesländer sind besonders stark betroffen. Wie...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Ohne jede Aussicht auf baldigen Frieden
25.02.2024

Der Ukraine-Krieg geht jetzt schon ins dritte Jahr. Aus dem Westen reist wieder politische Prominenz zur Unterstützung in die Ukraine....

DWN
Politik
Politik Verfassungsgericht absichern? - Buschmann will Entwurf vorlegen
25.02.2024

Muss die Arbeitsgrundlage des Bundesverfassungsgerichts im Grundgesetz gegen Demokratiefeinde abgesichert werden? Die Union schlägt die...

DWN
Politik
Politik „Das Bündnis Sahra Wagenknecht gefährdet die Linkspartei in ihrer Existenz“
24.02.2024

Eine neue Figur ist auf das politische Schachbrett gekommen: das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Wie diese neue Partei die politischen...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Vermögensregister und Bargeldbeschränkungen: Risiko für Anleger
23.02.2024

Das EU-Vermögensregister gehört derzeit zu den größten Risiken für Anleger. Daher ist es wichtig, sich jetzt zu überlegen, wie man...