Politik

Ermittlungen gegen EU-Kommission: EPPO untersucht EU-Immobilienverkäufe

Die EU-Immobilienverkäufe rücken ins Visier der Justiz: Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die EU-Kommission. Es geht um milliardenschwere Transaktionen, politische Verantwortung und Transparenz. Wurden bei den Verkäufen tatsächlich alle Verfahren korrekt eingehalten – oder droht ein größerer Skandal?
13.02.2026 05:47
Lesezeit: 1 min

Ermittlungen gegen EU-Kommission wegen EU-Immobilienverkäufe

Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) ermittelt gegen die Europäische Kommission. Im Fokus stehen EU-Immobilienverkäufe an den belgischen Staat, wie die Behörde selbst bestätigte. In Büros der Brüsseler Institution kam es nach Angaben informierter Kreise zu Durchsuchungen. Auch bei der belgischen staatlichen Investmentgesellschaft SFPIM, über die der Immobiliendeal im Rahmen der EU-Immobilienverkäufe abgewickelt wurde, fanden Durchsuchungen statt, wie das Unternehmen bestätigte. Die EPPO erklärte zudem, dass sie im Zuge einer laufenden Untersuchung Beweismaterial zu den EU-Immobilienverkäufen sichere.

Ein Sprecher der Kommission erklärte, man sei über die laufenden Ermittlungen informiert. Gegenstand seien EU-Immobilienverkäufe von 23 Gebäuden der Kommission an den belgischen Staat im Jahr 2024. Damals hatte die EU-Kommission mitgeteilt, dass der belgische Staatsfonds die Gebäude für 900 Millionen Euro übernehmen werde. Die EU-Immobilienverkäufe sollten eine Neugestaltung des Europaviertels zu einem modernen, attraktiven und umweltfreundlicheren Stadtquartier ermöglichen, hieß es in einer Mitteilung von Ende April 2024.

Zuvor habe es laut Mitteilung eine öffentliche Ausschreibung gegeben, aus der der belgische Staatsfonds als Sieger hervorging. Die Europäische Kommission hatte sich im Zusammenhang mit den EU-Immobilienverkäufen vorgenommen, ihre Büroflächen bis 2030 um 25 Prozent zu verringern.

EU-Kommission: Verfahren war ordnungsgemäß bei EU-Immobilienverkäufe

Der Sprecher der EU-Kommission erklärte weiter, man fühle sich Transparenz und Rechenschaft verpflichtet und werde vollständig mit der EPPO sowie den zuständigen belgischen Behörden kooperieren. Zudem betonte er: "Nach Kenntnis der Europäischen Kommission erfolgte der Verkauf der Gebäude gemäß den festgelegten Verfahren und Protokollen, und wir sind zuversichtlich, dass der Prozess ordnungsgemäß durchgeführt wurde."

Die belgische Investmentgesellschaft erklärte, dass ihr operatives Geschäft ungeachtet der Ermittlungen normal fortgeführt werde. Im Zusammenhang mit den EU-Immobilienverkäufen arbeite sie uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden zusammen. Die EPPO wollte vorerst keine weiteren Angaben zu den Ermittlungen rund um die EU-Immobilienverkäufe machen, "um die laufenden Verfahren und deren Ergebnis nicht zu gefährden". Die Behörde untersucht und verfolgt Straftaten, die sich gegen die finanziellen Interessen der Europäischen Union richten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Leitzins: EZB bereitet offenbar Erhöhung vor
26.05.2026

Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation im Euroraum weiter nach oben. Nun signalisiert die EZB höhere Prognosen und bereitet die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum Deutschland seine besten Start-ups zu früh verliert
26.05.2026

Technologische Exzellenz allein reicht nicht aus: Entscheidend ist ein frühes Zusammenspiel von Kapital, Marktkenntnis und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kritische Rohstoffe: Europas unterschätzter Machtfaktor
26.05.2026

Lange Zeit galt die Globalisierung als Garant für Wohlstand und Stabilität. In einer vernetzten Welt, so die Theorie, würde der freie...

DWN
Politik
Politik Trump-Strategie zerlegt Amerikas Macht in Echtzeit
26.05.2026

Donald Trump sendet an China ein Signal, das kaum gefährlicher sein könnte. In der Taiwan-Frage rückt er von jener Abschreckung ab, auf...

DWN
Panorama
Panorama Pflegeversichung: Kinderlose sollen höheren Pflegebeitrag zahlen
26.05.2026

Die Finanzlage der Pflegeversicherung spitzt sich dramatisch zu. Jetzt prüft die Bundesregierung höhere Beiträge für Kinderlose – und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn der EURIBOR steigt, wird die Mathematik weniger freundlich
26.05.2026

Der EURIBOR steigt wieder und signalisiert, dass die Zeit des billigen Geldes nicht zurückkehrt. Für Immobilienkäufer, Unternehmen und...

DWN
Politik
Politik Baltische Luftraumüberwachung wird zum Testfall für Europas Ostflanke
26.05.2026

Eine Drohne dringt in estnischen Luftraum ein, kurz darauf kündigt Polen Kampfjets für Ämari an. Was wie ein regionales Signal wirkt,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie steigert Umsatz und streicht Stellen
26.05.2026

Die deutsche Industrie meldet erstmals seit fast drei Jahren wieder steigende Umsätze – doch gleichzeitig beschleunigt sich der...