Alle Artikel zu:

EZB

Die EZB muss die Dokumente für die Bankenaufsicht über die Großbanken in 23 Sprachen übersetzen. (Foto: dpa)

Babylonische Bankenaufsicht: EZB muss tausende Dokumente übersetzen

Etwa 25 Prozent der 130 Großbanken in Europa, die die EZB ab November beaufsichtigen soll, wählt ihre jeweils nationalen Sprachen anstatt der englischen Geschäftssprache. Von den 18 Staaten in der Eurozone benutzen gar nur die Banken auf Malta und Zypern die englische Sprache. Ein Team der EZB quält sich nun damit ab, offizielle Dokumente aus dem Englischen in insgesamt 23 Sprachen übersetzen

An der Börse stürzen Monte-Paschi-Aktien seit Bekanntgabe des Stresstests immer weiter ab, allein am Freitag um weitere sieben Prozent. (Grafik: ariva.de)

Monte Paschi: Ehemalige Manager wegen Obstruktion verurteilt

Drei ehemalige Top-Manager der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi wurden am Freitag wegen Behinderung der Banken-Aufsicht und Irreführung der Behörden verurteilt. Zudem muss wohl erneut der Steuerzahler einspringen, um die Kapitallücke der Bank in Höhe von 2,1 Milliarden Euro zu schließen.

Die drei von der Zentralbank: Alan Greenspan und seine Nachfolger Ben Bernanke und Janet Yellen. (Foto: dpa)

Greenspan empfiehlt Gold, weil Regierungen keinen Zugriff haben

Der ehemalige Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, hat eingeräumt, dass der Ankauf von Wertpapieren der realen Wirtschaft keinerlei Nutzen bringt. Genau dieses Programm hat die EZB unter Mario Draghi soeben gestartet. Greenspan rät zum Investment in Gold, weil die Regierungen auf diese Währung keinen Zugriff hätten.

Erste Bank in Deutschland verlangt offiziell Gebühren für Sparguthaben

Die Skatbank in Thüringen erhebt als erste Bank Gebühren auf hohe Sparguthaben: Wer mehr als 500.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto liegen hat, muss dafür künftig bezahlen. Vor allem Unternehmen, die sparsam wirtschaften, können betroffen sein.

Für die Investoren und Spekulanten ist das Gelddrucken der Notenbanken, wie von EZB oder der Bank of England praktiziert, „funny money“. (Foto: dpa)

Geldschwemme der Zentralbanken hält das Börsen-Kasino am Laufen

Die Zentralbanken müssen nach Citi-Berechnungen pro Quartal 200 Milliarden US-Dollar frisches Geld in den Markt pumpen, um einen Ausverkauf an den Aktienmärkten zu verhindern. Die Anleger spekulieren wegen der niedrigen Zinsen mit kurzfristigen hohen Renditen, obwohl sie wegen der teils schwachen Fundamentaldaten bei vielen Unternehmen eigentlich aussteigen müssten.

Citi-Ökonom Matt King beobachtet, dass die Märkte von der Geldschwemme der Zentralbanken abhängig geworden sind. (Foto: dpa)

Citi-Ökonom Matt King: Geringes Wachstum ist besser als neue Blasen

Es war vor allem das billige Geld der Zentralbanken, das die globalen Märkte auf Allzeithochs getrieben hat, sagt der Ökonom Matt King. Sollten die Zentralbanken Liquidität zurückziehen, würden die Märkte abstürzen. Daher erwartet King, dass die Zentralbanken das massive Gelddrucken fortsetzen. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass sich neue Blasen bilden und dass der nötige Schuldenabbau weiter aufgeschoben wird.

Brüssel braucht Deutschland, um die Eurozone am Leben zu halten. (Foto: dpa)

Ehemaliger EU-Kommissar: Juncker führt Transfer-Union durch die Hintertür ein

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will ein 300 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm starten. Das ist der Grundstein für eine Fiskalunion, obwohl niemand sie so nennt, sagt der ehemalige EU-Kommissar Laszlo Andor. Bisher ist noch völlig unklar, woher das Geld kommen soll.

Marc Carney, Präsident der Bank of England, vertraut dem EZB-Stresstest nicht. (Foto: dpa)

Bank of England will strengeren Stress-Test als die EZB durchführen

Die britische Notenbank hält den EZB-Stresstest offensichtlich für umsonst. Sie will einen noch strengeren Test durchführen. Die Großbanken werden diesen wahrscheinlich nicht bestehen, warnt die Bank of England. Das liegt an den fallenden Immobilienpreisen.

Investoren trauen Stresstest nicht und meiden Bank-Aktien

Die Hoffnung der EZB, durch einen milden Stresstest die Investoren zum Einstieg in den Banken-Sektor zu bewegen, haben sich am Montag nicht erfüllt. Bank-Aktien waren nicht gefragt, weil die Risiken mittlerweile auch mit freiem Auge zu erkennen sind.

EZB-Chef Mario Draghi und Kanzlerin Angela Merkel auf einem Graffiti vor der EZB in Frankfurt. Supranationale Institutionen wie die EZB bilden einen Schattenstaat in Europa, so Autor Thomas Mayer. (Foto: Boris Roessler/dpa)

„Der Schatten-Staat der Währungsunion wird sich als Papiertiger erweisen“

Der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, sieht im Stresstest der EZB ein Kapitel zu einer Vergemeinschaftung der Schulden und Risiken in der Euro-Zone. Ziel sei die Errichtung eines „Schattenstaates aus supra-nationalen Institutionen und zwischenstaatlichen Verträgen“. Er soll in der Euro-Zone die Defizite ausgleichen, die ein nicht zu Ende gedachtes Konstrukt aufweist. Nachhaltig kann eine solche Entwicklung nicht sein.