Deutschland

Merkel erwartet jahrelange hohe Arbeitslosigkeit

Lesezeit: 1 min
07.05.2013 01:44
Angela Merkel äußerte sich vor Berliner Schülern pessimistisch über die wirtschaftliche Zukunft in der EU. Die Arbeitslosigkeit werde noch jahrelang hoch sein. Europa müsse sich dem Wettbewerb mit China und Indien stellen.
Merkel erwartet jahrelange hohe Arbeitslosigkeit

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Beim Besuch des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums in Berlin-Lichtenberg zeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel ein pessimistisches Bild der Zukunft der EU. Die Schuldenkrise werde noch lange anhalten. Reformen könnten nicht von heute auf morgen wirken. „Daher muss man eher in Jahren messen, bevor die Arbeitslosigkeit wieder gesunken ist und wir ähnliche Wirtschaftsniveaus (wie vor der Krise) haben“, zitiert Reuters die Kanzlerin.

Merkel verteidigte ihre Spar-Anstrengungen: „Wenn man jedes Jahr mehr verbraucht als man einnimmt, ist irgendwas nicht in Ordnung.“ Das Sparen sei alternativlos. Wenn sich Europa weiter Wohlstand und Entwicklung leisten wolle, dann müsse es Schulden reduzieren und wieder wettbewerbsfähig sein. „Wir müssen so gut sein, dass wir insgesamt auf der Welt unsere Dinge verkaufen können“, so Merkel.

Auf der Website der Bundeskanzlerin sieht die Welt allerdings harmonischer aus. Die Arbeitslosigkeit kommt nicht vor. Hier ist vielmehr zu lesen:

Eine lebendige und interessante Debatte entwickelt sich während der Podiumsdiskussion über Europa. Auf die einleitende Frage, ob wir zukünftig mehr oder weniger Europa haben werden, antwortet die Kanzlerin entschieden: „Es wird mehr Europa geben.“ Europa sei ein Projekt, das von einer Gemeinschaft getragen werde.

Und die Kanzlerin fügt hinzu: „Auf lange Sicht geht es uns in Deutschland nur gut, wenn es auch Europa gut geht.“ Deutschland müsse seine Wettbewerbsfähigkeit ausbauen, um gegenüber aufstrebenden Nationen wie Indien und China konkurrenzfähig bleiben zu können.

Zahlreiche Themen kommen in der Diskussion zur Sprache, zum Beispiel die Eurokrise, Einwanderung und Asylpolitik sowie Klimafragen.

Der Besuch der Kanzlerin in der Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums in Berlin-Lichtenberg war Teil eines Programms, das Merkel im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft 2007 eingeführt hatte.

Zur Schuldenkrise äußerte sich Merkel nicht im Detail - möglicherweise auch aus Rücksicht auf den Namensgeber der Schule, Johann Gottfried Herder:

Der schrieb - einige Zeit vor Ben Bernanke und Mario Draghi - den Schülern ins Stammbuch („Vom Fortschreiten einer Schule mit dem Zeitalter“, 1798):

Rechnen muß ein Knabe lernen, damit er sein Leben berechne, denn die gesamte Vernunft, zumal die Führung menschlicher Dinge, heißt Rechnen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Hilflos auf dem Weg in die nächste Flutkatastrophe

Mit dem Juli 2022 wird die Erinnerung an die Flutkatastrophe im Juli des vergangenen Jahres wach. Schon mehren sich die Anzeichen, dass...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland droht ein Totalausfall von Gas aus Russland

Wegen anstehenden Wartungsarbeiten an Nord Stream 1 fürchtet die Bundesnetzagentur einen Totalausfall der russischen Gaslieferungen und...

DWN
Politik
Politik Russlands Rüstungsindustrie kaum von Sanktionen des Westens betroffen

Bei den Sanktionen gegen Russland scheint der Westen große Teile der russischen Rüstungsindustrie und vor allem deren Chefs und Eigner...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Neue Seidenstraße: Chinas Black Box

China baut mit der Neuen Seidenstraße eine wichtige Handelsroute zwischen Asien, Europa und China auf. Aber wer profitiert wirklich davon?

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Separatisten haben Lyssytschansk offenbar vollständig umzingelt

Die prorussischen Separatisten melden die vollständige Umzingelung der Stadt Lyssytschansk. Russische Truppen sind offenbar schon ins...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Konferenz in Lugano: Es fehlen die Hochkaräter

In Lugano findet am 4. und 5. Juli die sogenannte Ukrainische Wiederaufbaukonferenz statt, allerdings ohne die wirklich großen Namen.

DWN
Technologie
Technologie US-Sanktionen kurbeln Chinas Chip-Industrie kräftig an

Die US-Sanktionen gegen China scheinen ihren Zweck zu verfehlen. Ex-Google-Chef Eric Schmidt warnt sogar: "Amerika steht kurz davor, den...