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Staatsbank KfW: Luxuskarossen, Fahrer und andere Vergünstigungen

Lesezeit: 1 min
04.08.2013 23:34
Die staatliche KfW-Bank verwöhnt ihre Vorstände auf ganz besondere Weise. Neben einem hohen Gehalt gibt es auch diverse Nebenleistungen. Der Steuereinnahmen wachsen ja, da kann man sich etwas gönnen: So zum Beispiel einen erstklassigen Dienstwagen, die von der KfW bezahlte Zweitwohnung oder die private Krankenversicherung für die gesamte Familie der Vorstände.
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Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Und entsprechend gut soll es auch den Vorständen der staatlichen Bank gehen. Neben hohen Einkommen gibt es üppige Nebenleistungen, wie eine Aufstellung des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt. Finanzieren tut dies der deutsche Steuerzahler.

Bis zu 930.000 Euro erhalten die sechs Vorstandsmitglieder der KfW als jährliches Gehalt. Doch das ist noch nicht alles. Wie die vertrauliche Aufstellung des Wirtschaftsministeriums, die der BILD-Zeitung vorliegt, zeigt, gibt es noch so einiges oben drauf. Von Zusatzleistungen im fünf- und sechsstelligen Bereich ist die Rede.

Vorteile genießt ein KfW-Vorstandsmitglied beispielsweise bei der privaten Krankenversicherung, wie das Papier zeigt:

„Die KfW übernimmt die Kosten für die Hälfte einer angemessenen privatrechtlichen Kranken- und Pflegeversicherung für [Herrn/Frau Name], seine Ehefrau/ Ehemann und die über ihn/sie mitversicherten Kinder. Die Zusage einer Kostenübernahme gilt für hieraus mögliche lohnsteuerliche Belastungen und für den Fall von Ruhegeldzahlungen der KfW an [Herrn/Frau Name] bzw. seine Angehörigen.“

Aber zum richtigen Arbeitsleben gehört auch ein angemessener Dienstwagen. Maximal ein Audi A 8, die Mercedes S-Klasse, ein BMW 7er oder vergleichbare Fahrzeugklassen dürfen es sein. Einen Fahrer gibt es außerdem auch. Wird der Dienstwagen für Privatfahrten genutzt, muss das jeweilige Vorstandsmitglied zwar bezahlen, die Steuer für den geldwerten Vorteil des Fahrzeugs übernimmt jedoch der Steuerzahler die KfW.

Darüber hinaus haben die Vorstände aber auch einen Anspruch auf Erstattung der Mehraufwendungen „für Kosten der doppelten Haushaltsführung sowie  Umzugskosten“. Selbst eine Manager-Haftpflicht bei (D&O-Versicherung) ist bei den Zusatzleistungen enthalten. „Die D&O-Versicherung ist abgeschlossen bei der Allianz mit einer maximalen Deckungssumme von 25 Millionen Euro pro Jahr. Eine Selbstbeteiligung existiert derzeit nicht.“ In anderen Unternehmen ist eine Selbstbeteiligung jedoch üblich.

2012 erhielt der Vorstandsvorsitzende Axel Nawrath der Bild-Zeitung zufolge so etwa Nebenleistungen in Höhe von 107.000 Euro. Der Chef der KfW, Ulrich Schröder, kam auf fast 100.000 Euro.

Viel Geld für eine staatliche Bank bzw. den deutschen Steuerzahler. Zumal die Bank mit ihren Investitionen entgegen ihrer eigenen Aussagen so manches Mal daneben lag. 320 Millionen Euro überwies die KfW an Lehman-Brothers. Geld, das sie nie wieder sah, denn Lehman war zum damaligen Zeitpunkt bereits pleite. Aber auch in jüngster Zeit ging einiges schief. 107 Millionen Euro an Schifffahrts-Krediten musste die Bank im vergangenen Jahr abschreiben. In diesem Jahr wird eine Abschreibung in ähnlich großer Höhe erwartet (hier).


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