Politik

„Weil es besser schmeckt“: Österreichischer Metzger mischte Pferdefleisch in Hauswürstel

Lesezeit: 1 min
23.02.2013 23:17
Bisher dachte man, Pferdefleisch sei vor allem durch anonyme rumänische Banden ins europäische Qualitäts-Essen geraten. Ein Kärntner Fleischer hat nun gestanden, nicht deklariertes Pferdefleisch in sogenannte „Kärntner Hauswürstel“ gemischt zu haben – weil diese dann besser schmecken. Ein Tag zuvor hatte der Anwalt des Metzgers noch behauptet, niemand wisse, wie das Pferd ins Fleisch gekommen sei.
„Weil es besser schmeckt“: Österreichischer Metzger mischte Pferdefleisch in Hauswürstel

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

„Urlaub bei Freunden“ ist der Werbeslogan des österreichischen Bundeslandes Kärnten. Ein Metzger aus der Gemeinde St. Georgen im Lavanttal meinte es besonders gut mit seinen „Freunden“: Er mischte heimlich Pferdefleisch in die Folklore-Spezialität der Kärntner Hauswürstel. Deklariert wurde das Fleisch nicht. Als der Skandal aufflog, ließ der Fleischer Freitag seinen Anwalt zunächst leugnen, was das Zeug hielt. Man habe nicht die geringste Ahnung, wie das Pferdefleisch in die Würste gekommen sei, sobald man es wisse, werde man die Öffentlichkeit informieren.

Einen Tag später folgte ein Geständnis: Der Metzger ließ die Öffentlichkeit wissen, dass er das Fleisch absichtlich in die Würste gemengt habe. Die bemerkenswerte Begründung: „Die Qualität der Würste ist gestiegen, es gab einen Umsatzsprung", sagt der Anwalt des Metzgers. Deklarieren wollte der Unternehmer den Anteil von Pferdefleisch allerdings nicht: „Er hatte Angst, dass die Kunden die Ware dann nicht mehr kaufen.“ Das Pferdefleisch bezog Freitag bei einem steirischen und einem deutschen Händler, berichtet die Kleine Zeitung

Dem österreichischen Qualitäts-Metzger droht eine Anklage wegen schweren Betrugs. Der Anwalt sagte, man habe nur gegen die Etiketten-Pflicht verstoßen.

Auch in der Steiermark wurde offenbar Pferdefleisch verwendet. Es wurde in der Sauce Bolognese, hergestellt von der Stainacher Firma Landena gefunden. Bis Freitagnachmittag vertrieb die deutsche Handelskette Tegut die Pastasauce in Hessen. Das Produkt wurde aus dem Verkehr gezogen.

Die neuen Fälle aus Österreich zeigen: Es braucht gar keiner global-komplexen Lieferkette. Der schlichte Mangel an Rechtsbewusstsein und die Profitgier findet sich auch dort, wo man glaubt, dass mit dem Urlaub auf dem Bauernhof auch eine Zeitreise in moralisch bessere Zeiten verbunden ist.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Zukunft des Solidaritätszuschlags: Entlastung für Kapitalanleger in Sicht?
21.05.2024

Trotz der Abschaffung des Soli für viele Bürger: Kapitalanleger zahlen weiter! Doch die Verfassungsmäßigkeit des Solidaritätsbeitrags...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Versicherer: Unwetterschäden in Saarland und Rheinland-Pfalz noch nicht absehbar
21.05.2024

Für eine Schadensbilanz in den von Starkregen und Überschwemmungen betroffenen Regionen im Saarland und in Rheinland-Pfalz ist es nach...

DWN
Politik
Politik Absturz des Präsidentenhubschraubers im Iran: Raisis Tod ändert nichts an der Diktatur
21.05.2024

Der Hubschrauberabsturz, bei dem Irans Regierungschef Ebrahim Raisi starb, sorgt weiterhin für Reaktionen weltweit. Manche Experten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Handels-Drama: BMW hat Autos mit verbotenen chinesischen Teilen in die USA geliefert
21.05.2024

Die Handels-Spannungen zwischen China und den USA trifft nun auch das Tagesgeschäft der deutschen Automobilhersteller. Laut einem...

DWN
Politik
Politik KI-Gesetz: EU lehnt Social Scoring und Gesichtserkennung im öffentlichen Raum ab
21.05.2024

Die Europäische Union hat das umstrittene KI-Gesetz nun final beschlossen. Es sei das weltweit erste Gesetz dieser Art und könne einen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland reagiert auf Sanktionen: Vermögenswerte von Deutscher Bank und Commerzbank konfisziert
21.05.2024

Wegen der westlichen Sanktionen platzte der Bau eines Gas-Terminals in Russland. Ein Gericht hat nun Vermögenswerte mehrerer Banken...

DWN
Politik
Politik Um „die Freiheit zu verteidigen“: Musk und Miliei gegen Europas Politiker?
21.05.2024

Es gibt Personen des öffentlichen Lebens, die unweigerlich polarisieren. Der erratische Unternehmer Elon Musk und Argentiniens...

DWN
Panorama
Panorama Sportwetten im Fußball: Ein lukratives Geschäft – mit Schattenseiten
21.05.2024

Fußballfans aufgepasst: Die EM steht vor der Tür und mit ihr die Hochsaison für Sportwetten. Doch wie funktioniert das lukrative...