Deutschland

Zu teuer für viele: Sozialverbände fordern Pre-Paid Karten für Strom

Lesezeit: 1 min
06.04.2013 01:47
Energie-Kunden sollen von nun an die Möglichkeit erhalten bei Verzug von Strom-Zahlungen, trotzdem Strom zu erhalten. Aushilfe sollen Stromzähler mit Prepaid-Funktion verschaffen. Ein bewusster Umgang mit Strom soll gefördert werden.
Zu teuer für viele: Sozialverbände fordern Pre-Paid Karten für Strom

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Vergangenes Jahr wurde in der Wohnung einer siebenköpfigen Familie in Burbach die Stromversorgung gesperrt, weil die Rechnung nicht bezahlt wurde. Kerzen sollten als Strom-Ersatz dienen. Doch es kam zu einem verheerenden Hausbrand. Vier Kinder starben. Die Tragödie hat Energie-Unternehmen aus dem Saarland zum Umdenken bewegt. Strom-Sperren sollen künftig nicht mehr durchgeführt werden.

Seit Anfang Januar wird im Rahmen des „Saarbrücker 4-Punkte-Modells“ zwischen den Job-Centern und den Energieversorgern ein Abgleich der Kunden-Daten durchgeführt. Gegebenenfalls werde das jeweilige Job-Center bei Zahlungsengpässen, Darlehen und Teilzahlungen für die betroffenen Personen in die Wege leiten. Jene Kooperation soll als eine Art „Frühwarn-System“ dienen.

Voraussetzung ist eine Einwilligungserklärung des Sozialleistungs-Empfängers. Strittig ist, ob der Betroffene in seiner Situation überhaupt im Stande ist, eine freie Entscheidung zu fällen. Weiterhin ist fraglich, ob die Daten, welche normalerweise dem Datenschutz unterliegen, nicht anderweitig verwendet werden könnten.

Doch die steigenden Strom-Kosten bereiten nicht nur Hartz 4 Empfängern große Sorgen, sondern auch anderen Bürgern, die als Kunden bei den Energie-Unternehmen registriert sind.

Ihnen soll bei Zahlungsverzug eine kostenlose Installation eines Prepaid-Zählers Aushilfe verschaffen, erklärt Michael Kopatz vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie im DLF.

„Erster Vorzug, wenn das geschieht, ist, dass der Haushalt keine weiteren Stromschulden mehr anhäufen kann. Außerdem wird der Energieverbrauch wesentlich bewusster stattfinden. Durch den Bezahlvorgang und die unmittelbare Kostenkontrolle - so wie es beim Tanken oder beim Prepaid-Handy heute schon selbstverständlich ist - gibt es eine vollständige Kostentransparenz und dadurch verbrauchen die Haushalte deutlich weniger als vorher“.

Auch zahlreiche Sozial-Verbände plädieren für die Anbringung von Prepaid-Zählern.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Wachstumsgesetz scheitert im Vermittlungsausschuss
22.02.2024

Die ohnehin schon stark abgeschwächte Variante des Wachstumschancengesetz ist nun im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und...

DWN
Politik
Politik „Wir brauchen in Deutschland endlich einen Befreiungsschlag“
21.02.2024

Die Bundesregierung hat ihren Jahreswirtschaftsbericht veröffentlicht und dabei ihre Wachstumsprognose nach unten korrigiert: nämlich von...

DWN
Politik
Politik Wie die USA schlafmützig den Munitionsnachschub für die Ukraine gefährden
22.02.2024

Die Ukraine muss sich gerade an mehreren Abschnitten der Kriegsfront mit Russland zurückziehen, weil ihren Truppen die Munition für ihre...

DWN
Politik
Politik Europa ist anfällig für "Teile-und-Herrsche-Strategie" der Großmächte
21.02.2024

Werden Deutschland und die EU Opfer einer zunehmenden Rivalität zwischen den USA und China? Geraten sie zwischen die Fronten? Und wie kann...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Euro: EZB versucht, Banken zu beschwichtigen
21.02.2024

Der Bankensektor sieht im digitalen Euro eine Gefahr für sein Geschäftsmodell. Die EZB versucht diese Sorgen mit Gegenargumenten zu...

DWN
Politik
Politik Effektivität zweifelhaft: EU setzt auf neue Finanz-Sanktionen gegen Russland
21.02.2024

Kurz vor dem zweiten Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine hat die Europäische Union ihr 13. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen....

DWN
Politik
Politik Zickenalarm: Richtungsstreit im Rat der Wirtschaftsweisen
21.02.2024

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm soll aus dem Rat der Wirtschaftsweisen geschasst werden. Hintergrund ist ein vermeintlicher...

DWN
Immobilien
Immobilien Raumgreifend: Der Bundestag dehnt sich weiter aus und wird immer teurer
21.02.2024

Das Bundesamt für Raumordnung und Bauwesen (BBR) hat den Architektenwettbewerb im sogenannten Luisenblock-Ost im Hauptstadt-Viertel...