Negativzinsen

In Sachen Geldpolitik haben sich Zentralbanken in Europa, aber auch in Asien, den Strafzins überlegt. Wenn Banken ihr Bargeld bei anderen Instituten anlegen, müssen sie Negativzinsen zahlen. (Foto: dpa)

Negativzinsen sollen die Kreditvergabe durch Banken antreiben. (Foto: dpa)

Seit Monaten bestimmen Negativzinsen die geldpolitischen Debatten. Meist sind damit negative Zinssätze gemeint, die Zentralbanken auf Gelder anrechnen, die Geschäftsbanken kurzfristig bei ihnen anlegen. Banken müssen also faktisch einen Strafzins zahlen – vor nicht allzu langer Zeit wurden ihnen dafür noch Zinserträge gutgeschrieben. Derzeit verlangen sechs Zentralbanken Negativzinsen – darunter die EZB und die Schweizerische Nationalbank.

Negativzinsen sollen Banken zu einer verstärkten Kreditvergabe anregen, indem die Anlagebedingungen bewusst unattraktiv gestaltet werden. Außerdem erhoffen sich Geldpolitiker von ihnen eine tendenziell schwächere Währung und damit verbesserte Exportchancen für die heimische Industrie.

Negativzinsen haben jedoch Nebenwirkungen, die zunehmend Kritik hervorrufen. So schmälern sie die Ertragskraft der Banken in dem ohnehin schwierigen Niedrigzinsumfeld noch weiter. Die Geldhäuser schrecken bislang davor zurück, die Zusatzkosten an ihre Kunden weiterzugeben. Dies wird nicht auf Dauer möglich sein – dann werden auch andere einlagenstarke Institutionen wie Unternehmen, Sparkassen, Renten- oder Krankenversicherungen und letztendlich auch die Sparer von den Strafzinsen betroffen sein.

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