Deutschland

Brandanschlag auf die Bundeswehr verursacht Millionenschaden

In der Nacht zum Samstag schlichen sich Unbekannte auf das Gelände der Bundeswehr in Havelberg und setzten mindestens 16 Fahrzeuge in Brand. Die Suche nach den Tätern läuft.
27.07.2013 13:24
Lesezeit: 1 min

Bei einem Brandanschlag auf die Bundeswehrkaserne in Havelberg in Sachsen-Anhalt entstand in der Nacht zum Samstag ein Millionenschaden. Zeitgleich finden dort antimilitaristische Protestaktionen statt.

Unbekannte Täter sind gegen zwei Uhr morgens auf das Gelände der Kaserne eingedrungen. Mindestens 16 Bundeswehrfahrzeuge seien durch Brandsätze beschädigt worden, zitiert Die Welt eine Mitteilung der Polizei. Eine derartige Gewalt gegen die Bundeswehr habe es in Sachsen-Anhalt bisher nicht gegeben. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Weitere Anschläge könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher. Man habe das Verteidigungsministerium informiert, die Sicherheitsmaßnahmen seien daraufhin in ganz Deutschland erhöht worden. Im Umkreis von militärischen Einrichtungen werde es verstärkt Kontrollen geben.

Acht Feuerwehren aus der Umgebung waren bis in die frühen Morgenstunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Einige Brandsätze, die nicht ausgelöst hatten, wurden von Spezialisten unschädlich gemacht. Wie die Täter auf das Kasernengelände gelangten, ist noch unklar. Von ihnen fehlt jede Spur.

Auch der Hintergrund des Brandanschlags ist noch unklar. Ein Zusammenhang mit den in der Altmark angekündigten Protestaktionen gegen die Bundeswehr könne nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei. Für Samstag hat die Initiative „War starts here“ am Truppenübungsplatz Altmark in Sachsen-Anhalt zu einem Aktionstag aufgerufen.

Die Initiative weist die Verdächtigungen durch die Polizei zurück. Auf ihrer Webseite schreibt sie:

„Wir haben aus der Presse von dem Anschlag auf die Bundeswehrfahrzeuge in Havelberg erfahren.

Die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei suggeriert einen Zusammenhang mit dem „War starts here camp“ in der Altmark. Das reiht sich ein in die Kriminalisierungsversuche, die es bereits im Vorfeld des antimilitaristischen Camps gab. (…)

Schon jetzt werden Autos von Antimilitaristen in der Region Gardelegen mit Hinweis auf die Aktion in Havelberg gestoppt und schikanös durchsucht.“

Zu einer Verurteilung der Gewalt gegen die Bundeswehr sahen sich die Antimilitaristen allerdings nicht veranlasst. An der antimilitaristischen Demonstration am Eingang des Geländes nahmen laut Veranstalter mindestens 50 Personen teil. Die Polizei war mit 600 Beamten vor Ort, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie BradyPrinter i7500: Revolution im Hochpräzisionsdruck

Sie haben genug vom altmodischen Druck großer Etikettenmengen? Keine Kalibrierung, keine Formatierung, kein umständliches Hantieren mit...

X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Politik
Politik Vertrauliche Nähe bei Koalitionsverhandlungen: Merz und Klingbeil im Zwang zur Zusammenarbeit
04.04.2025

Lange Zeit galt die schwarz-rote Koalition als Ausnahmeerscheinung der Bundesrepublik. Jetzt verhandeln Union und SPD über ihr fünftes...

DWN
Technologie
Technologie Moto-E-Motion optimiert Fahrzeuge: Innovationen sind kein Hexenwerk – nur Physik
04.04.2025

Wie lässt sich die Effizienz von Motoren und Maschinen ohne bauliche Veränderungen verbessern? Wie das Unternehmen Moto-E-Motion durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis auf Rekordniveau: Für wen ist eine Investition in das Edelmetall sinnvoll und wer sollte vorsichtig sein?
04.04.2025

Der Goldpreis hat die Marke von 3.100 US-Dollar pro Unze übertroffen und ein neues Allzeithoch erreicht. Doch ist Gold weiterhin eine...

DWN
Politik
Politik Ultimatum für Putin? Trump verliert laut Nato-Partnern Geduld
04.04.2025

Könnte es nur noch Wochen dauern, bis sich neue Entwicklungen in den Bemühungen um eine Waffenruhe im Ukraine-Konflikt abzeichnen? Dieser...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Globaler Handelskrieg: Trump erfindet Zölle, die es nie gab
04.04.2025

US-Präsident Donald Trump hat Zölle gegen Länder eingeführt, die es in der Form nie gab. Anstatt auf konkrete Handelsbarrieren oder...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell: China-Zölle richten Blutbad am Aktienmarkt an - Bank-Aktien rauschen ab
04.04.2025

Die Gegenzölle aus China schicken den DAX aktuell tief in die Verlustzone. Globale Sorgen um das Wirtschaftswachstum setzen vor allem dem...

DWN
Technologie
Technologie WhatsApp-Nachrichten-Limit: Meta führt Begrenzung ein - aber bitte keine Panik
04.04.2025

WhatsApp, der beliebte Messenger-Dienst von Meta, führt derzeit eine neue Funktion ein, die das Versenden von Nachrichten einschränkt....

DWN
Politik
Politik Russland drängt, Ukraine kämpft: Internationale Hilfe und politische Spannungen im Kriegschaos
04.04.2025

Die russischen Angriffe auf Grenzgebiete eskalieren, während die Ukraine auf internationale Hilfe und politische Lösungen setzt. Doch die...