Politik

Trittin verlangt Abgabe von Souveränität an Brüssel

Jürgen Trittin traut den Nationalstaaten nicht und will daher mehr Souveränität an die EU-Kommission und das EU-Parlament abgeben. Im Grunde ist das jedoch eine nationalistische Position.
21.08.2013 06:00
Lesezeit: 1 min

Die Grünen wollen die Abgabe von deutscher Souveränität an Brüssel zum Wahlkampf-Thema machen. Der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, setzte sich deshalb am Monat in Berlin für mehr Befugnisse für die EU-Institutionen ein.

„Es gibt eine klare Demarkationslinie zwischen dem, was die Grünen wollen, und dem, was die Kanzlerin tut“, sagte Trittin vor ausländischen Korrespondenten in Berlin. Merkel habe immer versucht, neue zwischenstaatliche Institutionen zu schaffen, „ein zwischenstaatliches Europa ist ihre Grundüberzeugung“, zitiert der EUObserver Trittin. Aber „wir denken, die EU-Institutionen müssen gestärkt werden, wir sind für mehr Befugnisse für die Europäische Kommission und das Europäische Parlament“.

Wenn es eine Lehre aus der derzeitigen Eurokrise gebe, dann die, dass man den nationalen Behörden im Umgang mit angeschlagenen Banken nicht trauen könne. Die EU-Kommission sollte deshalb die Abwicklung der Banken übernehmen. Schließlich würde Frankreich die BNP Paribas genauso wenig pleitegehen lassen wie Deutschland die Deutsche Bank, so Trittin.

Diese Position ist letztendlich nationalistisch, weil sie Nationen diffamiert und unterstellt, dass einige Nationen schlechter sind als andere.

Die Tatsache, dass Trittin die Deutschen nicht mag, spricht nicht gegen, sondern für diese These.

Früher nannte man so etwas Selbsthass.

Kanzlerin Merkel hingegen hatte sich zuletzt gegen eine weitere Abgabe von Souveränität ausgesprochen. Merkel reagierte damit auf eine veränderte Stimmung in Deutschland und versucht gleichzeitig, der Anti-Euro Partei AfD das Wasser abzugraben (hier).

In der Praxis dürfte sich am Euro-Kurs der CDU nichts ändern. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kündigte am Dienstag das nächste Rettungspaket für Griechenland an (mehr hier).

Jürgen Trittin findet das sicher gaaaanz toll.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Globaler Handelskrieg: Trump erfindet Zölle, die es nie gab
04.04.2025

US-Präsident Donald Trump hat Zölle gegen Länder eingeführt, die es in der Form nie gab. Anstatt auf konkrete Handelsbarrieren oder...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell: China-Zölle richten Blutbad am Aktienmarkt an - Bank-Aktien rauschen ab
04.04.2025

Die Gegenzölle aus China schicken den DAX aktuell tief in die Verlustzone. Globale Sorgen um das Wirtschaftswachstum setzen vor allem dem...

DWN
Technologie
Technologie WhatsApp-Nachrichten-Limit: Meta führt Begrenzung ein - aber bitte keine Panik
04.04.2025

WhatsApp, der beliebte Messenger-Dienst von Meta, führt derzeit eine neue Funktion ein, die das Versenden von Nachrichten einschränkt....

DWN
Politik
Politik Russland drängt, Ukraine kämpft: Internationale Hilfe und politische Spannungen im Kriegschaos
04.04.2025

Die russischen Angriffe auf Grenzgebiete eskalieren, während die Ukraine auf internationale Hilfe und politische Lösungen setzt. Doch die...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank-Aktie bricht ein: US-Zölle belasten - sollten Anleger jetzt die Deutsche Bank-Aktie verkaufen?
04.04.2025

Ein schwarzer Tag für europäische Banken: Die Deutsche Bank-Aktie hat am Freitag zeitweise mehr als 11 Prozent an Wert verloren und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gegenzölle? Wie Europa auf die Trump-Zölle reagieren kann und will
04.04.2025

Die von Donald Trump geplanten Trump-Zölle als Teil eines umfangreichen Zollpakets dürften nicht unbeantwortet bleiben. Welche konkreten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftsweise Malmendier warnt vor "Inflationsschock" in den USA
04.04.2025

Ökonominnen und Ökonomen sehen klar: Trumps Zölle treiben die Preise nach oben. Die Entwicklung könnte für den Präsidenten politische...

DWN
Politik
Politik Nato-Treffen: Ukrainischer Außenminister Sybiha fordert von Nato mehr Druck auf Russland
04.04.2025

Das Treffen der Außenminister der Nato-Staaten in Brüssel geht zu Ende. Im Fokus stehen Gespräche über die Ukraine. Kiew fordert dabei...