Neuer EU-Internet-Kommissar: Oettinger will englische Sprache regulieren

EU-Internet-Kommissar Günther Oettinger hat mit einem unerwarteten Schachzug die EU überrascht: Die englische Sprache soll reguliert werden. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Briten, Deutsche und Franzosen wirklich auf Augenhöhe miteinander sprechen. Oettinger hält daher sein Ressort für wesentlich wichtiger als das Finanz- oder das Währungs-Ressort. Oettinger hat bereits ein erstes Anschauungsvideo in Umlauf gebracht.

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Günther Oettinger sorgt mit einem Geheimplan für Überraschung in der EU. (Screenshot: YouTube)

Günther Oettinger sorgt mit einem Geheimplan für Überraschung in der EU. (Screenshot: YouTube)

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Der neue Internet-Kommissar, Günther Oettiner, hat als erste Maßnahme seiner Regentschaft angekündigt, die englische Sprache zu regulieren.

Er habe dazu bereits eine Experten-Kommission eingesetzt, welche sich in mehreren Untergruppen mit dem Sprachenproblem in Europa beschäftigen soll. Oettinger zum Grabbeschen Tageblatt: „Es kann nicht sein, dass wir in Europa in drei Sprachen agieren müssen: Meine Muttersprache ist schwäbisch. Als Kind wurde ich bereits gezwungen, Hochdeutsch zu lernen – mit mäßigem Erfolg. Mein Englisch betrachte ich dagegen als sehr gut.

Oettinger verweist darauf, dass seine Bestellung zum Internet-Kommissar ein genialer Schachzug von Angela Merkel sei: „Die Briten freuen sich über den Finanzmarkt-Kommissar, die Franzosen über den Währungs-Kommissar, die Griechen über den Migrations-Kommissar – aber das ist alles geplant so. Denn der wichtigste Kommissar ist der, der die Sprache bestimmen kann. Die Sprache wird heute weltweit über das Internet verbreitet. Und da setzt meine Mission an.“

Oettinger soll, so erfuhr das Grabbesche Tageblatt aus Oettingers nächster Umgebung, eine geheime Mission haben: Er soll eine Kunstsprache einführen, die er persönlich zusammenstellen will und teilweise schon mit großem Erfolg praktiziert hat. Die Sprache soll sich zwar formal am Englischen anlehnen. Aber sie soll mit einer Aussprache versehen werden, die faktisch unverständlich ist. Damit könne Angela Merkel in der EU für so viel Verwirrung sorgen, dass alles nach ihrer Pfeife tanzen muss. Oettinger hatte bereits vor einiger Zeit einen Versuchsballon bei einem Banken-Kongress gestartet (siehe Video am Ende des Artikels).

Dabei war es ihm gelungen, die Banker in Sicherheit zu wiegen – obwohl er ihnen den Crash voraussagte. Oettinger sagte damals, es sei ein „credit crunch“ zu erwarten. Doch im Oettinger-Englisch wird dieses Wort als „credit-brunch“ ausgesprochen. Die versammelten Banker waren begeistert – denn sie verstanden „free lunch“ – ein Begriff, der im Zuge der EZB-Politik zu den absoluten Lust-Worten der Finanzindustrie geworden ist. Und Oettinger will weitergehen und auch die amerikanischen Konzerne nicht verschonen.

Wie das Grabbesche Tageblatt enthüllt, gehen bereits mehrere US-Firmennamen auf Oettingers neue Initiative zurück: So strich Oettinger den Firmen „Flicker“ und „Flatter“ das „e“, sodass sich diese „Flickr“ und „Flattr“ nennen müssen. Auch mit Twitter war Oettinger schon in Gespräch, biss jedoch auf Granit: Ein polnischer EU-Vorschlag, dass Unternehmen „zschwitchr“ zu nennen, wurde abgelehnt – wegen Verwechslungsgefahr mit ähnlichen russischen Diensten.

Für Oettinger ist es wichtig, sein eigenes Englisch als Verhandlungssprache durchzusetzen: Schließlich muss er als Internet-Kommissar künftig die Interessen der europäischen Zeitungsverleger Bürger gegen Google und Facebook durchsetzen. Und weil einige von den Amerikanern ganz gut Englisch sprechen, möchte Oettinger, dass künftig auf europäischem Boden in einer EU-Sprache verhandelt wird, die notgedrungen eine Kunstsprache sein muss, weil die Europäer bisher unbelehrbar geblieben sind und trotz allem Einheits-Fortschritts immer noch unterschiedliche Sprachen und sogar Dialekte sprechen.

Oettinger geht davon aus, dass die neue Regulierung bereits in wenigen Monaten in Kraft sein könnte. Dazu hat er einen strategisch wichtigen Schachzug aufzuweisen: Er hat hinter den Kulissen den ehemaligen Werbetexter und Merkel-Versteher Sebastian Turner in die Position des Eigentümers und Herausgebers des Berliner Tagesspiegel (künftig: Tagsspigl) gehoben.

Turner war der kluge Kopf hinter der Kampangne für das Land Baden-Württemberg („Wir können alles außer Hochdeutsch“) und hat als partei- und erfolgloser Ober-Bürgermeisterkandidat für Stuttgart gemeinsam mit Merkel die deutsche Nationalhymne gegen eine pfeifende und johlende Menge gesungen. Heute ist Turner in Berlin vor allem damit beschäftigt, mit Merkel die neue europäische Kunstsprache einzustudieren. Damit soll die Kanzlerin bei Inkrafttreten einen Startvorteil haben. Angela Merkel hatte die Initiative in einem sehr kritischen Interview des Tagesspiegel in Form einer verbalen Raute angedeutet. Die Schlagzeile lautete bereits 2011, also lange vor Turners Einstieg, vielsagend: „Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist groß“.

Als ein Kollege der amerikanischen Zeitung „Sunburn-News“ Oettinger in Brüssel fragte, ob er wirklich an den Erfolg der Maßnahme glaube, antwortete Oettinger: „Look you hef in Israel leanrt Hebru – a len-la-language zet it did not gif before. We in Germany hav a saying: Who loves as ze last loves ze best.

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