Bundesregierung dementiert: Merkel will nicht UN-Generalsekretärin werden

Angela Merkel will sich noch nicht festlegen, welche Karriere sie nach ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin anstrebt. Doch offenbar hat das Nachdenken über das Leben nach dem Berliner Alltag begonnen. Insider halten es für möglich, dass die Indiskretionen aus dem Umfeld des EU-Politikers Juncker kommen könnten. Juncker fühlt sich von Merkel im EU-Wahlkampf verraten.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Angaben ihres Sprechers keinerlei Ambitionen, UN-Generalsekretärin zu werden. „Der Bericht im ‚Luxemburger Wort‘ entbehrt jeder Grundlage“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch mit. Die Zeitung hatte unter Berufung auf Berliner Regierungskreise berichtet, Merkel wolle im Sommer 2016 zur Nachfolgerin von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gewählt werden.

Das Luxemburger Wort schreibt:

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei ihrem Besuch in Washington Anfang Mai als nächste Generalsekretärin der Vereinten Nationen ins Gespräch gebracht. Das erfuhr das „Luxemburger Wort“ aus Berliner Regierungskreisen. Danach möchte Merkel im Sommer 2016 als Nachfolgerin von Ban Ki Moon gewählt werden und das Amt zum 1. Januar 2017 antreten. Der Südkoreaner Ban muss nach zwei Amtszeiten ausscheiden.

Merkels Sprecher hatte Medienberichte über ein mögliches vorzeitiges Ende ihrer Kanzlerschaft vor 2017 bereits zuvor vehement dementiert. Die CDU-Vorsitzende hatte nach den Gerüchten mehrfach betont, sie sei für die vollen vier Jahre der Legislaturperiode angetreten.

In Berlin wird spekuliert, dass der Luxemburger Jean-Claude Juncker hinter der möglichen Indiskretion stecken könnte: Juncker ist verärgert, weil sich Merkel erneut gegen einen Automatismus bei der Wahl des EU-Kommissionspräsidenten ausgesprochen hat. Merkel will Juncker nicht als Barroso-Nachfolger – was den Luxemburger sehr grämen soll. Für diese These spricht, dass das Luxemburger Wort Wolfgang Schäuble als Merkel-Nachfolger im Bundeskanzleramt nennt. Juncker fürchtet nämlich, dass Schäuble in die EU-Kommission einrücken könnte und damit zum direkten Gegenspieler von Juncker avanciert.

Der Südkoreaner Ban kann nicht erneut für den Spitzenposten der UN antreten. Nach den ungeschriebenen Regeln bei der Besetzung dürfte diesmal wieder ein Europäer zum Zuge kommen. Das befördert die Spekulationen. So nennt das „Luxemburger Wort“ auch den britischen Premierminister David Cameron als Kandidaten.

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