EU zahlt Kopfgeld für rumänische Straßenhunde

Die EU fördert die Beseitigung von Straßenhunden in Rumänien mit bis zu 250 Euro pro Hund. Die Tiere werden entweder an Ort und Stelle getötet oder in Heimen untergebracht. Dort werden sie gezielt vermehrt, damit das Geld aus Brüssel auch in Zukunft fließt.

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Mit bis zu 250 Euro pro Hund fördert die EU die Versorgung rumänischer Straßenhunde. Doch das Geld landet bei korrupten Politikern, die die Hunde töten lassen. Viele Hunde werden auch in Tierheimen untergebracht, um Nachwuchs zu produzieren. Das Geld aus Brüssel soll weiter fließen.

„Die Quälerei der Hunde und die Morde sind schlimm“, zitiert die Freie Presse den Tierschützer Silvio Schütz. Das Allerschlimmste aber sei, dass Geld aus Brüssel „und damit auch unsere Steuergelder“ für diese Massenmorde verwendet werden und einfach weggeschaut wird.

Im September hatte Rumänien ein Gesetz beschlossen, wonach die Bürger ein Kopfgeld für das Töten von Straßenhunden erhalten. „Eine richtige Industrie hat sich gebildet, die privaten Hundefänger verdienen mittlerweile Millionen Euro“, sagt der Elsterberger.

Im November fuhren Schütz und zwei andere Tierschützer in die südrumänische Stadt Calaresi. Dort verteilten sie Hundefutter, Decken, Arzneimittel wie Verbandszeug und Entwurmungskuren sowie Hundehütten. Vieles hatten Tierärzte, Firmen und Privatleute aus Elsterberg und der umliegenden Region gespendet.

Eine Petition fordert das Ende der EU-Fördergelder für den Tierschutz in Rumänien, wo sie offenbar missbraucht werden. Die rumänischen Kommunen bekämen 250 Euro zur „Versorgung des Hundes“. Davon erhielten die Hundefänger 50 Euro pro Hund, der Rest verbleibe bei den korrupten Politikern in den Kommunen.

Die rumänischen Kommunalpolitiker hätten aufgrund der EU-Förderpolitik ein starkes Interesse daran, dass die Tiere sich stets vermehren, damit der Geldfluss nicht abreißt, so die Petition. Das EU-Geld solle direkt zu den anerkannten Tierschutz-Organisationen fließen, die die Tiere wirklich retten.

Im Frühjahr will der Elsterberger Tierschützer Schütz erneut nach Rumänien fahren. Zudem will er mit Gleichgesinnten aus Deutschland einen Verein gründen. Um vor Ort besser helfen zu können, könnte man etwa in Calaresi ein Grundstück zur Unterbringung der Hunde erwerben.

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